Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 24. Mai 2011

Die Situation in Japan

Fragen und Antworten zu möglichen Auswirkungen in Deutschland

Über zwei Monate sind vergangen, seit dem schweren Erdbeben in Japan und seinen verheerenden Folgen. Nach der Reaktorkatastrophe wollen viele Menschen wissen, ob auch sie in Deutschland Vorkehrungen treffen sollen. Das Bundesumweltministerium (BMU) informiert über die Situation in Japan. Auf ihren Internetseiten (www.umweltministerium.de) gibt die Bundesbehörde  Hinweise für die Bevölkerung in Deutschland. Nachfolgend ein Auszug:

• Ist in Deutschland durch den Unfall in Japan mit einer Gefährdung durch radioaktive Stoffe in der Luft zu rechnen?

Mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Bevölkerung in Deutschland ist nicht zu rechnen. Die Konzentration der radioaktiven Stoffe nimmt im Laufe der Ausbreitung durch Verdünnung sowie durch Zerfall der kurzlebigen radioaktiven Stoffe ab. In Deutschland sind die Spurenmessstellen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in erhöhter Bereitschaft. Seit dem 24. März 2011 werden auch in Deutschland – wie erwartet – radioaktive Substanzen, die in Fukushima freigesetzt worden sind, mit höchstempfindlichen Messgeräten nachgewiesen. Diese Werte liegen jedoch weit unterhalb der hiesigen natürlichen Strahlenexposition. Die Werte nehmen weiter ab. Die Messwerte sind auf der Internetseite des BfS (www.bfs.de/bfs) zusammengestellt.

• Ist aufgrund des Unfalls in Japan die Einnahme von Jodtabletten in Deutschland notwendig?

Nein. Die Konzentration der radioaktiven Stoffe nimmt im Laufe der Ausbreitung durch Verdünnung sowie durch Zerfall der kürzerlebigen radioaktiven Stoffe ab. Eine Gefahr für Deutschland ist praktisch ausgeschlossen. Daher müssen keine besonderen Vorsichts-maßnahmen getroffen werden. Insbesondere wird dringend von der vorsorglichen Einnahme von Jodtabletten abgeraten. Wie Jodtabletten als Schutzmaßnahme bei einem schweren Kernkraftwerksunfall wirken, erfahren Sie auf der Internetseite www.jodblockade.de.

• Ist mit kontaminierten Lebensmitteln aus Japan zu rechnen?

Japan ist ein Lebensmittelimporteur. Exporte aus Japan nach Deutschland sind weitgehend auf Spezialitäten (Pilze, Gewürze, Saucen, Tees, Alkoholika) beschränkt. Frischwaren werden praktisch nicht exportiert, ausgenommen wenige Fischspezialitäten.

• Wie wird vermieden, dass kontaminierte Lebensmittel auf den Markt gelangen?

Die Europäische Kommission hat empfohlen, Lebensmittel, die aus Japan importiert werden, auf Radioaktivität zu untersuchen. Die für die Lebensmittelkontrollen zuständigen Landesbehörden wurden entsprechend informiert.

Zusätzlich wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan auf europäischer Ebene erhöht. Hierzu ist eine  Durchführungsverordnung der EU-Kommission (Nr. 297/2011) am 26. März 2011 in Kraft getreten. Danach dürfen Lebensmittel aus den betroffenen japanischen Regionen nur noch in Deutschland eingeführt werden, wenn sie in Japan kontrolliert und zertifiziert wurden. Somit wird bescheinigt, dass keine erhöhte radioaktive Belastung vorliegt. Ein Teil der Warensendungen wird von den Überwachungsbehörden der Mitgliedstaaten einer weiteren Kontrolle unterzogen.

Die ausführliche Abhandlung der Fragen und Antworten sowie weitere Hintergrundinformationen erhalten Sie unter www.umweltministerium.de/atomenergie_sicherheit/doc/47094.php.

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