Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 24. Mai 2011

Nachteinkauf ist unsozial!

Autor: Hans-Jürgen Martens

Die Linke

Eine Lebensmittelkette mit vier Buchstaben, die in der Lübecker Innenstadt mit zwei Filialen vertreten ist, hat neuerdings in beiden Geschäften ihre Öffnungszeit täglich bis 24 Uhr ausgeweitet. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass Mitbewerber in der City diesem Beispiel folgen. Diese Öffnungszeiten kann man nur als unsozial bezeichnen. Den Herren in den Vorstandsetagen, die diese Öffnungszeiten bestimmen, ist gar nicht bewusst, was sie besonders gerade in Familien anrichten. Man stiehlt den Beschäftigten wichtige Zeit für soziale Kontakte mit ihren Familien und Freunden. Als Resultat sind Ehescheidungen und andere menschliche Tragödien nicht ausgeschlossen. Auch die dadurch gesteigerte Verfügbarkeit von billigem Alkohol, gerade für Jugendliche, gehört zu den Folgen dieser Öffnungszeiten. Dieses Treiben muss die Politik endlich eindämmen. In Schleswig-Holstein hat die damalige schwarz-rote Landesregierung die Ladenöffnungszeiten zum 1.12.2006 freigegeben. Sie gab den damaligen Neoliberalenzeitgeist nach, wo jede Regulierung der Märkte als Teufelzeug galt. Damals hatte der Handel der Politik neue Arbeitplätze versprochen, eingestellt wurden dann Schüler auf 400 Euro Basis. Grade die Art von Jobs die an der Finanzierung des Sozialstaats sägen, wurden geschaffen. Auch für die zuständigen Gewerkschaften und Betriebsräte ist das kein Ruhmesblatt. Im Bundesland Bayern müssen die Geschäfte von 20 bis 6 Uhr geschlossen bleiben. Dieses wäre schon ein erster Schritt in die richtige Richtung, den wir von einer neuen Landesregierung ab 2012 erwarten.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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