Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 24. Mai 2011

Priwallbebauung nur zum Privatprofit

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Nachricht, dass die Ferienhaussiedlung am Priwallstrand nicht wie geplant vermarktet werden kann, hätte in Lübeck eigentlich wie eine Bombe einschlagen müssen. Denn die Zweifel am dänischen „Investor“ Hollesen, der gar kein Investor ist, sondern als Projektentwickler lediglich das Geld Anderer verbaut, sind im Hinblick auf das Riesenprojekt „Priwall Waterfront“ ohnehin schon groß. Dennoch will jetzt der Bürgermeister die Bürgerschaft eine Abkehr von dem Ferienhauskonzept beschließen lassen. Bislang konnten dort Privatleute oder auch Firmen dänische Holzhäuser am malerischen Dünenstrand erwerben – jedoch ledlich als Anlageobjekt mit einer äußerst beschränkten Möglichkeit, sie selbst zu nutzen. Damit wollte Lübeck den Ausverkauf der letzten Super-Strandlagen an Zweit- oder Drittwohnsitzer verhindern und sicherstellen, dass hier ein reges touristisches Leben zum Nutzen von Travemündes Wirtschaft entsteht und dauerhaft verbleibt. Dieses Konzept wurde auch von Herrn Hollesen stets als Nonplusultra bezeichnet und hat ihm weitere, lukrative Nachfolgeaufträge gebracht. Wir fürchten, dass langfristig der Weg zu einem Eigenheimdorf eingeschlagen wird, der eklatant die Interessen der Kommune schädigt. Denn wenn das Feriendorf keine neue Betten für Touristen bringt und keine neuen Feriengäste anzieht, hätte man das wertvolle Gelände erst gar nicht bebauen dürfen. Das erinnert uns zudem fatal an die skandalösen Vorgänge um das Maritim-Hotel, dem man eine Umwandlung der Hotelzimmer in Eigentumswohnung ermöglicht hat. Den Profit machen mal wieder Private, die Verluste trägt die Stadt.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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