Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 07. Juni 2011

Ein neues Blockheizkraftwerk

Erneuerbare Energie zentrales Thema bei den Entsorgungsbetrieben

Die Entsorgungsbetriebe weihten Ende Mai auf dem Zentralklärwerk das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) ein. Rüdiger Hinrichs, Vorsitzender des Werkausschusses der EBL, bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Entsorgungsbetriebe Lübeck. „Das Thema Klimawandel und damit verbunden die Senkung des CO2-Ausstoßes ist in aller Munde. Der Umbau des Blockheizkraftwerkes lässt erkennen, dass sich die Entsorgungsbetriebe Lübeck mit diesem Thema auseinandersetzen und es ist schön, dass hier in Lübeck ganz lokal mit dem erneuerten BHKW die alternative Energie ein ,Gesicht‘ bekommt“.

Dr. Jan-Dirk Verwey, Erster Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck, erklärte, dass erneuerbare Energie ein zentrales Thema bei den Entsorgungsbetrieben Lübeck sei: „Bereits heute schon erzeugen die EBL Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Dazu zählen Deponiegas, Klärgas, Biogas aus Restabfall und Biogas aus Bioabfall. Das bedeutet, dass die EBL in Summe energie-
autark sind. Die Erneuerungsmaßnahme des BHKW kommt auch der Umwelt zugute. Allein die gegenüber den alten Maschinen zusätzliche Produktion von gut 2,5 Millionen kWh pro Jahr entspricht einer Verminderung des CO2-Ausstoßes von etwa 1.250 Tonnen pro Jahr“. Enno Thyen, Abteilungsleiter Abwasser/Gewässerschutz der EBL die technischen Details des Blockheizkraftwerkes mit seinen drei Gasmotoren.

Das neue Blockheizkraftwerk konnte nach einjähriger Bauzeit Anfang dieses Jahres in Betrieb genommen werden. Das ZKW Lübeck verfügt neben den Abwasserreinigungsverfahren mit einer zweistufigen Filtra-
tion auch über eine Schlammbehandlungsanlage. Durch anaerobe Faulprozesse werden im ZKW Lübeck pro Jahr mehr als vier Millionen Kubikmeter Klärgas gewonnen. Da dieses gewonnene Biogas mit einem Methangehalt von zirka 60 Prozent sehr gut für den Betrieb von Gasmotoren geeignet ist, haben sich die EBL entschlossen, die bisherigen vier Gasmotoren durch drei neue Gasmotoren zu ersetzen.  Mit der neuen Anlage kann das ZKW Lübeck seinen gesamten Strom- als auch Wärmebedarf selbst decken. Pro Jahr werden mit der neuen Anlage jeweils rund zehn Millionen Kilowattstunden Strom bzw. Wärme erzeugt, das entspricht bei der Elektrizität dem Jahresbedarf von etwa 2.300 Drei-Personenhaushalten. Im Vergleich zu den alten Gasmotoren erhöht sich die Stromproduktion und damit die Wirtschaftlichkeit des Kläranlagenbetriebes um etwa 2,5 Millionen kWh pro Jahr.

Das neue Blockheizkraftwerk wurde bereits als hoch effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung – KWK-Gesetz 2002 – Novellierung, gültige Fassung  1. Januar 2009) zugelassen.

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