Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 07. Juni 2011

Gymnasiale Bildung S-H 2011

Autorin: Rita Madaus

Bürger für Lübeck

Zwei bis drei freie Tage für Gymnasiasten zur Abi-turprüfungszeit – gibt es in der S-H – Bildungs-Szenerie wirklich nichts Dramatischeres? Hat schon jemand der Kritiker Organisations-, Personal- und Arbeitsaufwand an einem Prüfungstag live miterlebt? Erst die unter dem Vorwand pädagogischer Verbesserung (de facto aber Resultat rigider Sparmaßnahmen im Bildungssektor) vorgenommene letzte Schulreform hat doch die pädagogisch fragwürdigen übervollen Klassen zur Folge, die die Organisations-Problematik mündlicher Abiturprüfungen bedingt. Zudem sehen neue Prüfungsverordnungen kompliziertere Mechanismen mit höherem Lehreraufwand vor. Und nun haben die Nicht-Abiturienten 2 bis 3 Tage Zeit für ihre Referate, Lektüren, Klausur- und Projekt-Vorbereitungen, Hausaufgaben, - wie furchtbar! Oder es bietet sich ihnen die Möglichkeit der passiven Teilnahme an den mündlichen Prüfungen, im Hinblick auf die spätere Eigene nicht unwichtig. Um ein Vielfaches dramatischer hingegen gestaltet sich das pädagogische Desaster des Mathe-Zentralabiturs an beruflichen Gymnasien und die damit verbundene unterschwellige Schuldzuweisung an die ausführenden Mathe-Lehrer. Letztere haben monatelang weit über ihr Unterrichtspensum hinaus intensive Vorbereitungszeit und -maßnahmen investiert, und vielleicht hätte man in Kiel angesichts im Vorfeld vorgenommener Probeklausuren mit extrem schlechtem Ausfall – als Kritik und Warnung an das Ministerium rückgemeldet – rechtzeitig situationsadäquat reagieren können, statt reichlich spät aus dem Mathe-Abitur eine Steilvorlage für kabarettistische Einlagen zu liefern.

V.i.S.d.P.: Dr. R. Mildner

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