Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 21. Juni 2011

Fromme Feier auf der Parade

Seligsprechung • Großereignis sieht die katholische Kirche in Lübeck

Einem Großereignis sieht die katholische Kirche in Lübeck entgegen: Mehr als 9.000 Karten sind vergeben, 60 Reisebusse werden erwartet, die Parade ist am Sonnabend, dem 25. Juni abgesperrt. Der Grund: Seligsprechung von drei Lübecker Märtyrern.

Erzbischof Werner Thissen aus Hamburg machte in der vorigen Woche noch einmal den Sinn der Veranstaltung klar, die in der katholischen Welt ein internationales Echo gefunden hat: Im Zusammenhang mit dem Bombenangriff vom 28. auf den 29. März 1942 wurden der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink und die drei katholischen Kapläne Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek verhaftet.

Stellbrink hatte angesichts der brennenden Stadt am Sonntagmorgen in seiner Predigt angeblich von einem Gottesgericht gesprochen. Ihm und den drei katholischen Geistlichen, die dem Nationalsozialismus ebenfalls kritisch gegenüber standen, wurde der Prozess gemacht.

Die Feierlichkeiten aus Anlass der Seligsprechung beginnen am Vorabend, Freitag, dem 24. Juni, mit einem evangelischen Gottesdienst in der Lutherkirche, Moislinger Allee 96.

Da auch hierzu mit starkem Interesse gerechnet wird, soll die Feier auf die Lutherwiese übertragen werden. Für den 25. Juni wird auf der Parade eine Bühne aufgebaut. Hier findet ab 9.15 Uhr ein Vorprogramm mit Musik, Interviews und Informationen statt. Übertragen wird dieses Programm in den Dom und auf die Freilichtbühne am Wall. Um 11 Uhr beginnt die Feier der Seligsprechung mit mehreren Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen. Ab 13 Uhr wird zum Fest der Begegnung auf der Domwiese und an der Parade eingeladen. Musik, Kaffee und Kuchen, Kulinarisches ist vorbereitet. In der Propsteikirche Herz Jesu kann eine Ausstellung besucht werden, die zeigen will, dass die jungen Geistlichen „ganz normale Menschen“ waren. Vertreten ist nicht nur das „Kirchenvolk“. Da das katholische Erzbistum Hamburg drei Bundesländer umfasst – Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg – haben auch die Spitzen von Staat und Gesellschaft zugesagt, unter anderen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen.

Insgesamt werden nahezu 500 Mitwirkende aufgeboten, darunter allein 250 Ordner. Auf der Internetseite www.luebeckermaertyrer.de können Interessierte sich über weitere Einzelheiten informieren.     TD

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