Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 28. Juni 2011

Hebammen helfen Familien

Pilotprojekt bekommt Unterst├╝tzung

Im April 2010 startete an der Uni-Klinik Lübeck ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt: Alle Mitarbeiter des Kreißsaals werden geschult, damit sie Familien rechtzeitig Hilfestellungen geben können, wenn Probleme zu erwarten sind. Der zweijährige Versuch wird von zwei Stiftungen finanziert. Im Erfolgsfall soll der Gustaf („Guter Start in Familien“) auf andere Kliniken ausgeweitet werden.

Das Präventionsprojekt wurde durch die Mitarbeiterinnen der Lübecker Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin und Frauenheilkunde und Geburtshilfe 2010 ins Leben gerufen, nachdem die Kroschke-Stiftung für Kinder die Anschubfinanzierung übernommen hatte.

Ziel ist es, den Kontakt zu jungen Familien vor, während und nach der Geburt eines Kindes aufzubauen, um zu erkennen, wer Rat und Hilfe braucht, wo Risiken bestehen und wo eine Unterstützung sinnvoll erscheint.

„Der Zeitpunkt der Geburt hat sich als besonders geeignet erwiesen, um mit Familien ins Gespräch zu kommen, da die Eltern dann in der Regel offen für Rat und Hilfsangebote sind“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Ute Thyen, Stellvertretende Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Das Projekt soll die Kompetenzen zur Gesprächsführung, sozialen Unterstützung und Netzwerkarbeit bei den Mitarbeitern im Bereich der Pflege und im Kreissaal fördern und damit zu einer verbesserten Vernetzung des Gesundheitswesens mit den Frühen Hilfen beitragen.

Rund 20 Prozent der jungen Familien benötigen Hilfen, so die Beobachtungen an der Uni-Klinik. So nehme die Zahl der jungen Mütter von 14 bis 18 Jahren ständig zu. Das Projekt beschränkt sich auf die Ausbildung der Hebammen.

„Angebote zur Hilfe gibt es genug“, so Prof. Thyen. So kann zum Beispiel bei Bedarf gezeigt werden, wie die jungen Familien Unterstützung durch eine Haushaltshilfe bekommen können. Nur in rund einem Prozent der Fälle, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, wird auch direkt das Jugendamt kontaktiert.

Den Start finanzierte die Kroschke Stiftung für Kinder mit 58.000 Euro. Damit das Projekt fortgeführt werden kann, legte die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck noch einmal 36.000 Euro dazu.   vg

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