Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 16. Dezember 2017

Ausgabe vom 28. Juni 2011

Seebrücke: Weder Stil noch Verstand

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Folgen des Haushaltsdesasters holen uns ein. Der Bürgerschaft liegt jetzt eine umfassende Streichliste vor, die Investitionen in fast allen Bereichen vorsieht: Wichtige Vorhaben für Schulen, Feuerwehr, Hafen, Straßen, Kitas müssen verschoben oder abgeblasen werden. Dies ist Folge der Misswirtschaft unter Bürgermeisterdarsteller Saxe, der bei Amtsantritt einen ausgeglichenen Haushalt vorgefunden hatte und in elf Jahren Amtszeit die Schulden immer weiter aufhäufte. Natürlich haben auch die Politiker Schuld, die es zuließen, dass beispielsweise ständig weitere Millionen in die Totgeburt „Flughafen“ Blankensee geflossen sind. Dort soll jetzt ebenso wenig gespart werden wie in Travemünde, wo die völlig überflüssige Aufhübschung der Seepromenade lustig weiter geht. Sie wird über sieben Millionen Euro kosten und wenig bewirken. Wie wenig, sieht man an dem neuen Riesensteg, vom Kurdirektor vollmundig als „neuer Balkon am Meer“ bezeichnet. Dabei ist die Beton-Holzkonstruktion nichts anderes als eine geschmackliche Entgleisung. Wieso hat man den hochdotierten Gestaltungsbeirat nicht um Rat gefragt? Wer es nicht glaubt, soll sich die künstliche Terrasse im Meer mal mit eigenen Augen ansehen: Auf ein hässliches Betonunterteil à la ICE-Trasse haben die Promenadenaufhübscher einen globigen Aufbau aus Lärchenholz schrauben lassen. Das ganze sieht aus wie eine Baustellenverschalung, glatt ohne jeden Pfiff. Darauf soll man sich wohlfühlen? Man möchte sich am liebsten hinunterstürzen, doch ist am Ende sogar das Wasser nicht tief genug. Somit hat der Steg weder Stil noch Sinn. Typisch Lübeck?

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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