Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 05. Juli 2011

Tempo 20 auf der Possehlbrücke

Beton durch Alkali-Kieselsäure angegriffen – Tragfähigkeit eingeschränkt

Auf der Possehlbrücke wurden jetzt sogenannte verkehrseinschränkende Maßnahmen ergriffen, um die Bausubstanz der Brücke bis zu einem Neubau zu sichern. Damit ist nicht vor 2014 zu rechnen, wie der Fachbereich Planen und Bauen und der Bereich Verkehr vergangene Woche mitteilten.

Als Maßnahmen werden ab sofort die Fahrstreifen auf jeweils drei Meter Breite beschränkt sowie die Geschwindigkeit auf 20 km/h reduziert. Eine allgemein gültige Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h besteht bereits wegen der Straßenschäden. Weitere Maßnahmen, wie ein Verbot für Lkw, kommen vorerst nicht zum Einsatz. Als erste Baumaßnahme erhält die Possehlbrücke im Zuge der Fahrbahndeckensanierung in der Possehlstraße noch in diesem Sommer eine neue Deckschicht. Damit wird verhindert, dass weiterhin Wasser in die Brücke eindringen kann.

Der Zustand der Possehlbrücke ist seit längerem bekannt: Bereits im Herbst 2008 wurde der Bericht zum Zustand der Lübecker Brücken und Infrastrukturbauwerke (vgl. stadtentwicklung.luebeck.de) veröffentlicht, in dem auf den schlechten Zustand der Possehlbrücke hingewiesen und eine mögliche, kurzfristige Einschränkung für den Verkehr angekündigt wurde. Im Frühjahr dieses Jahres 2011 wurde deswegen erneut eine Objekt bezogene Schadensanalyse (OSA) an der Brücke durchgeführt, bei der Betonproben aus der Fahrbahnplatte entnommen wurden. Hierbei wurden die bereits festgestellten Schäden am Betongefüge bestätigt, außerdem wurde die Schädigung an weiteren Bereichen der Brücke festgestellt, die eine Einschränkung der Tragfähigkeit der Brücke zur Folge haben. Betroffen ist hiervon ausschließlich die Fahrbahnplatte, so dass die Gesamttragwirkung der Brücke noch nicht akut gefährdet ist.

Bei den Schäden handelt es sich hauptsächlich um eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR). Hierbei reagieren im Beton alkaliempfindliche Bestandteile des Kieszuschlags mit den alkalischen Bestandteilen im Zement. Als Reaktionsprodukt bildet sich ein Alkalisilikat, das bestrebt ist, Wasser aufzunehmen. Die damit verbundene Volumenvergrößerung kann zu Rissen im Beton führen und das gesamte Betongefüge auflockern.

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