Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 18. August 1998

Keine Angst vor dem Chaos

Stadtverwaltung bereitet Computersysteme auf die Jahrtausendwende vor

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Der Countdown für den Jahreswechsel läuft: Kein Problem für Ellen Zach, Ursula Kessel und Eva-Maria Karkosch (v.li.) vom Bereich Informationsdienste; Foto: T. Wewer

Das Geschäft mit der Angst floriert: Kaum ein Tag vergeht noch, an dem nicht reißerisch berichtet wird über massenhafte Abstürze von Computersystemen, über Kinder, die Rentenbescheide zugeschickt bekommen werden oder über Fahrstühle, die von einer Sekunde auf die nächste ihren Dienst versagen. Dieses Chaos-Szenario soll nach Ansicht der Angstmacher zur Jahrtausendwende eintreten. Der Grund dafür ist ein Problem, das Computersysteme mit dem Datumswechsel im Jahr 2000 bekommen (können), sofern sie das Datum nur durch zweistellige Zahlen (also 18.8.98 statt 18.8.1998) darstellen. Die zweistellige Jahresangabe "00" werden diese Systeme dann als 1900 deuten, und nicht als 2000. Daten, die dadurch fehlerhaft oder garnicht bearbeitet werden, können dann nicht nur zu den oben beschriebenen Folgen führen, sondern auch Kosten in noch nicht abschätzbarer (Millionen-)Höhe verursachen. Die Mitarbeiter des Bereichs Informationstechnik haben längst mit den Vorbereitungen dafür begonnen, damit bei der Verwaltung der Hansestadt Lübeck der Jahreswechsel pannenfrei verläuft.

Rund 1300 Computer im Einsatz

Rund 1300 Computer (PC) werden bei der Stadtverwaltung derzeit genutzt, zum Beispiel beim Einwohnerinformationssystem (EIS), beim Ordnungswidrigkeitensystem (OWIS) oder beim Kommunalen Finanzwesen (KOMFIS). Damit die dort jeweils eingesetzte Software, also die Computerprogramme, das "Jahr-2000-Problem" meistern, wurden alle Bereiche bereits im März vom Bereich Informationstechnik angeschrieben mit der Bitte, an den Computern den "Jahr- 2000-Check" durchzuführen. "Anhand dieser kleinen Untersuchung wissen wir sofort, ob das system tauglich, bedingt tauglich oder gar nicht Jahr-2000-tauglich ist", erklärt Heinz-Joachim Rieckhof, stellvertretender Leiter des Bereichs Informationstechnik.

Sofern das System bedingt tauglich sei, so Rieckhof weiter, müsse es einmalig am 1. Januar 2000 auf das neue Datum eingestellt werden. Die nicht tauglichen Systeme dagegen würden rechtzeitig ausgetauscht. Dieser Prozeß ist bereits im Gange. Die dadurch entstehenden Kosten werden für die Haushaltsplanung 1999 genau ermittelt - voraussichtlich ab September werden die Fachbereiche die Ergebnisse ihrer Prüfungen mitteilen und dabei auch den dafür notwendigen finanziellen Aufwand beziffern.

Software, die einzelne Bereiche von außen zugekauft haben, müsse vom jeweiligen Hersteller "2000-tauglich" gemacht werden, so Rieckhof.

Sein Fazit: "Für uns gibt es keine Horrorvision angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels. Um aber ganz sicher zu gehen, sollte jeder Bereich seine Computersysteme nach unserer Liste prüfen."

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