Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 12. Juli 2011

Literatursommer 2011

Türkei: Fremde Kultur wird vorgestellt

Dass die Türkei Gastland des Schleswig-Holstein Festivals 2011 ist, stimmt froh, wird doch damit eine überraschend andere, auch fremde und besonders reizvolle Kultur vorgestellt. Damit geht einher, dass der Kultursommer 2011, ausgerichtet vom Landeskulturverband Schleswig-Holstein, ebenfalls die Türkei zum Gegenstand hat.

Die Türkei ist ein wunderschönes Land zwischen Europa und Asien gelegen. Istanbul, die Stadt zwischen den zwei Kontinenten, ist ein Sehnsuchtsort vieler Menschen zwischen Ost und West. Von Goethe bis Thomas Lehr gehört die Türkei zum Bildungshorizont. Millionen Menschen, die in der Türkei geboren sind, leben in Deutschland, verstehen sich sowohl als Türken wie als Deutsche und beeinflussen zweifellos unser Zusammenleben. Die türkische Kultur wird vielerorts in Deutschland selbstverständlich gelebt und begegnet der deutschen Kultur auf Augenhöhe. Es gibt viele Verbindungen zwischen der Türkei und Deutschland, eine reiche Tradition, die Wissenschaft, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Religion umfasst. Das ist der Hintergrund für den Literatursommer.

Selten wurden so viele Bücher über die Türkei und über die Beziehungen zwischen Türken und Deutschen, zwischen der Türkei und Deutschland publiziert, solche landeskundlicher Art, aber auch andere Sachbücher und Ratgeber; inzwischen gibt es auch viele Erzählungen, Romane und Essays, die aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzt werden und einen Einblick in die reiche literarische Tradition der Türkei geben; und es gibt deutsch-türkische AutorInnen, die über ihr Leben in Deutschland berichten.

Es gibt aber auch Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und Unverständnis zwischen deutschen und türkischen Bürgern. Diese Konflikte haben oft auch eine politische Dimension.  Zu dieser politischen Dimension gehören auch Dispute, die in der deutschen Öffentlichkeit geführt werden und den muslimischen Glauben betreffen, bestimmte Institutionen, bestimmte Gebräuche, Traditionen und Sitten, die uns fremd sind, und schließlich den sogenannten Islamismus, nicht nur in der Türkei eine besonders strenge Glaubensauffassung, die als Ideologie erlebt wird. Viele Menschen setzen sich mit dem Islam – hier wie dort – auseinander. Die Stichworte sind Migration und Integration – daran arbeitet sich momentan unsere Gesellschaft ab.

Vier deutsche und türkische Journalisten und Autoren präsentieren Innen- und Außenansichten der Türkei. Patrick Bahners macht die Politisierung tradierter Geschlechterrollen zum Thema, Hatice Akyün erzählt mit viel Witz und Selbstironie vom tagtäglichen deutsch-türkischen Geschlechterkampf und Ursula Priess und Jale Sancak runden den Literatursommer 2011 mit literarischen Impressionen ihrer Heimat und Wahlheimat Istanbul ab. Termine sind am 25. Juli, 8. August und 22. August, jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt acht Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im Pressezentrum, Buddenbrookhaus, Buchhandlung Weiland, St. Petri zu Lübeck, Bücherstube Caterina Rex.

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