Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 12. Juli 2011

Geldgier vernichtet Grünstrand

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Anhänger des Ostseeheilbades Travemünde haben es derzeit schwer: Baulärm und --staub vom völlig unnötigen Umbau der Promenade verhageln den Urlaub. Der gefeierte neue „Seebalkon“ entpuppt sich als ein völlig nutzloses und lächerliches Gebilde. Nicht mal die Schlauchboote der DLRG können dort anlegen. Und jetzt noch die seltsame Entscheidung der Bürgerschaft, den Grünstrand zu verkaufen und zur Bebauung freizugeben. Was hier ein Tag vor Ferienbeginn mit Stimmen fast aller Fraktionen beschlossen wurde, ist eine Ungeheuerlichkeit, über die sich Bürger und Gäste noch viele Jahrzehnte aufregen werden - ähnlich wie übers Herrentunnel-Desaster. Man habe damals nicht genau gewusst, was beschlossen werden sollte, behaupten heute einige. Dass jetzt sogar die Grünen mitmachen und die Bürger nur noch über den Modus der Bebauung befragen wollen, zeigt, wie sehr sich Partei von der Basis entfernt hat und sich von der SPD erpressen lässt. Tausende von Unterschriften gegen eine Bebauung des Rasen-Juwels an der Ostsee, gesammelt auch mit Hilfe der Grünen, haben nicht ausgereicht, den Bürgerschaftsbeschluss von 2008 aufrecht zu erhalten und den Grünstrand dauerhaft zu retten. Der anhaltende Druck von geldgierigen Investoren und einer perfiden Öffentlichkeitsverdummung, hat sein Ziel vorerst erreicht. Dass die Segler ein Sport-hotel brauchen und einen neuen Hafen benötigen, ist eine von vielen Lügen: Unter den mehreren hundert segelnden Nutzern des Mövensteins würden sich nicht einmal zehn Prozent für den Grünstrand-Frevel aussprechen. Das macht uns Hoffnung: Noch ist nicht alles verloren!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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