Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 19. Juli 2011

Abschied von hochfliegenden Träumen

Autor: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Braucht Lübeck einen Zoo, selbst wenn er noch so erbärmlich und unhaltbar ist? Braucht Lübeck einen Flughafen, auch wenn er nichts als Millionenverluste einfährt? Auf diese beiden Fragen ohne Zögern mit "Ja" zu antworten, schaffen nur Nichtsahnende und ideologisch Verblendete. Davon gibt es in Lübeck leider sehr viele. Doch während die unappetitliche Sache Tierpark sich inzwischen nach jahrzehntelangem Hin- und Her erfreulicherweise erledigt hat, stehen uns beim Flughafen offenkundig noch viele verlustreiche Monate ins Haus, auch wenn es jetzt Hoffnung gibt, dass sich das Ende rascher nähert als vermutet. Denn Hauptkunde Ryanair will ab Herbst die Verbindung nach London kappen und macht damit allen Blankenseefans einen Strich durch die Rechnung. Somit sind die Passagierzahlen weiter im Sinkflug. Der Flughafen wäre nach Schließung der London-Anbindung, auf der bislang mit Abstand die meisten Passagiere aus Lübeck befördert wurde, von einer vertretbaren Auslastung weiter entfernt denn je. Das Gerede vom baldigen Aufschwung und gar Durchbruch zur Rentabilität des Blankenseer Flugfeldes, das wir schon seit über 15 Jahren hören, ist nicht als hohles Gewäsch und reines Wunschdenken. Es wäre nun an der Zeit, dass sich Lübecks Politiker und Interessensvertreter auf diese Tatsache konzentrieren: Eine überschuldete Stadt kann sich Prestigeobjekte absolut nicht leisten. Dies müsste auch den Bürgern in ungeschminkter Offenheit klar gemacht werden, anstatt sie mit Falschbehauptungen über eine wirtschaftliche Zukunft einzulullen. Lübeck muss von unrealistischen Plänen Abschied nehmen!

V.i.S.d.P.: Dr. Hildegund Stamm

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