Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. August 2011

Gleichberechtigung

Autor: Wilfried Link

Die Linke

Immer mehr junge Frauen melden sich verzweifelt bei den Beratungsstellen, weil sie sich keine sicheren Verhütungsmittel mehr leisten können. Mit dem Hartz IV Satz von 13,17 Euro monatlich für Medikamente und Verhütung stellt man fest – dieser Satz ist für sichere Empfängnisverhütung nicht ausreichend. Da es keine stattliche Kostenübernahme mehr gibt, greifen diese Frauen auf unsichere Verhütungsmittel zurück. Vor der Einführung der Hartz IV Regelung waren Studentinnen oder Sozialhilfeempfängerinnen von der Zuzahlung befreit. Seit dem steigt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen aus sozial schwachen Verhältnissen. Das geht völlig in die falsche Richtung, der Staat spart bei der Prävention, zahlt dann aber die teuren Folgekosten. Nur ein Viertel der Bedürftigen Frauen nimmt die Pille, im Bevölkerungsdurchschnitt sind es doppelt so viele. Aber jede Frau, auch eine Bedürftige, soll selbst entscheiden können ob sie ein Kind will oder nicht. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, fordert unsere Fraktion in Lübeck ein Modellprojekt „kostenlose Verhütungsmittel“ durchzuführen. Leider gelten Junge Frauen im Hartz IV – Bezug mit Kindern bei den Jobcentern als nicht mehr vermittelbar. Eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden ist für diese Frauen aussichtslos. Eine gute Lebensplanung für sich und das Kind ist dann kaum möglich. Wenn unsere Forderung nach kostenlosen Verhütungsmitteln, verbunden mit einer bedarfsgerechten Bereitstellung von Kindergarten- und Krippenplätzen nicht durchgesetzt wird, ist jedes Gerede von Gleichberechtigung der Frau eine leere Worthülse.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

 

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