Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 02. August 2011

In Travemünde stink‘s gewaltig

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Travemünder Woche ist zu Ende. Für die Besucher war es ein Auf und Ab – entsprechend dem Wetter, das tolle und weniger gute Tage bescherte. Freud und Leid lagen für Segler wie Touristen gleichermaßen dicht beeinander. Richtig nervig für alle sind indes die anhaltenden Bauarbeiten an der Seepromenade, die man nun wirklich außerhalb der Saison hätte durchführen müssen. Und so schoben sich durch das Gedränge der unvermeidlichen Besucherautos auch noch dicke Traktoren mit riesigen Schuttanhängern. Travemünde-Fans mussten starke Nerven mitbringen. Doch das alles ist nichts im Vergleich zu einem richtig lästigen Stimmungskiller, der sich zu einer ernsten Bedrohung für unser schönes Ostseeheilbad auswächst: Die Schiffsabgase. Radfahrer und Fußgänger riechen sie schon kilometerweit vor Ivendorf. Und je nach Windrichtung ist der Gestank an der Vorderreihe und am Kurstrand beinahe unerträglich. Wenn hier nicht bald etwas passiert, sind alle Investitionen zur Aufhübschung Lübecks schönster Tochter für die Katz. Der schwefelige Gestank des Schweröls aus den Schornsteinen der Ostseefähren wird dem Tourismus auf lange Sicht das Genick brechen. Es ist höchste Zeit, dass hier etwas passiert. Die TT-Line hat es einst mit ihren „Greenships“und dem Verfeuern von saubererem Marinediesel vorgemacht. Heute behaupten alle Reeder, aus Gründen des Konkurrenzdrucks keine Wahl zu haben. Es wird höchste Zeit, dass Lübecks Hafenexperten hier etwas unternehmen und nicht erst warten, bis Brüssel die Abgase beschränkt. Saubere Luft in Travemünde ist kein Luxus, sondern für alle überlebensnotwendig.

V.i.S.d.P.: Dr. Hildegund Stamm

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