Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 09. August 2011

Schleichverkehr?

Autor: Dr. Volker Koß

Die Grünen

„Natürlich gibt es Schleichverkehr, aber wir sehen keinen Anlass, Maßnahmen zu ergreifen“ wird der Sprecher unserer Stadtverwaltung zitiert. Warum auch? „Schleichen“ bezeichnet ein langsames, vorsichtiges und leises Vorwärtsbewegen. Kein Wunder, dass dieses Wort in unserer hektischen, lauten Zeit aus unserem aktiven Wortschatz verschwindet. Und warum sollten Maßnahmen ergriffen werden, wenn sich eine AutofahrerIn in ein Wohngebiet verirrt hat und sich vorsichtig wieder hinaus tastet? Doch die Wahrheit sieht anders aus. AutofahrerInnen suchen Abkürzungen oder wollen Ampeln umgehen. Sie missachten zum Teil Verkehrsregeln. Sie fahren oft zu schnell – Tempo 30 ist für viele ein Schneckentempo. Sie fahren teilweise mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig, weil sie anders an dem bummeligen Radfahrer nicht vorbeikommen. Sie fahren in Massen, für die die engen Straßen unserer Wohngebiete nicht ausgelegt sind. Diese Straßen wurden zum Teil vor über 100 Jahren geplant und gepflastert. Das ist Durchgangsverkehr auf Wohnstraßen. Die Reiferstraße in St. Lorenz ist ein Beispiel. Die Röntgenstraße in St. Jürgen und die St.-Annen-Straße in der Altstadt sind andere. Wenn 200 Autos pro Stunde – und da ist der Anwohnerverkehr nicht mitgezählt - durch eine enge Wohnstraße fahren, ist es eine Tortur und eine Gefahr für die AnwohnerInnen. Wohnen Sie an einem „Schleichweg“? Mailen Sie uns Ihre Erfahrung. Zählen Sie doch mal. Am besten nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr. Die GRÜNEN werden sich bemühen, es unserem Bürgermeister klar zu machen: Es besteht ein Anlass, Maßnahmen zu ergreifen!

V.i.S.d.P.: Dr. Volker Koß

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