Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. August 2011

Vierbeiner warten auf neue Besitzer

Nach wie vor füllen zu viele Katzen und Hunde das Lübecker Tierheim

Helles Miauen ist zu hören, als die Tür sich öffnet. Graue, schwarze, schwarz-weiße und ein rot-weißes Kätzchen strecken sich und kommen auf die Besucher zu gelaufen. „Miau-miaauu-miaaauuu“ tönt es fast klagend. Die kleinen Racker suchen Körperkontakt, fordern ausgiebiges Streicheln ein und wollen hoch genommen werden. Ihr Schnurren klingt fast so laut wie ein Motor. „Derzeit beherbergen wir 19 Jungkatzen“, berichtet Jenny Koldehoff, Tierpflegeleiterin im Lübecker Tierheim. Ein großer Teil der Kätzchen ist im Tierheim geboren worden, von tragenden Mutter-Fundkatzen. „Wir suchen Menschen, die bereit sind, die Kätzchen aufzunehmen. Entweder als Zweitkatze oder als Paar zusammen“, so Koldehoff. Jungkatzen bräuchten eine zweite Katze, um sich in ihrer Entwicklung artgerecht zu sozialisieren.

Insgesamt befinden im Tierheim zurzeit 170 Katzen und 30 Hunde. Alle warten auf einen neuen „Dosenöffner“. Einen, der sie lieb hat, bespaßt, erzieht und in sein Leben integriert. Die Vermittlung gestaltet sich mitunter schwierig. Beispielsweise beim Pinscher-Rüden „Freddy“: „Er war schon mal bei uns, wurde vermittelt, aber wieder zurück gebracht“, erklärt Jenny Koldehoff. Er sei ein liebenswertes Kerlchen, bräuchte aber unbedingt jemanden, der hundeerfahren sei. „Er ist sehr besitzergreifend und akzeptiert zunächst nur sein Herrchen oder Frauchen.“

Koldehoff, die ihre Ausbildung im Tierheim absolvierte und nach einer kurzen Unterbrechung seit 2010 dort arbeitet, lebt für die Tiere: „Sie sind meine Erfüllung.“ Feierabend gebe es erst, wenn alle Tiere versorgt seien. Und dass arbeiten auch an Feiertagen auf der Tagesordnung stehe, sei jedem bewusst, der mit Tieren zu tun hat. Der Lohn für die junge Frau ist die Liebe der Tiere. Das freudige Bellen der Hunde, wenn sie zu den Zwingern geht und das laute Schnurren und Miauen der Katzen.

„Hilfe jeglicher Art können wir immer gebrauchen“, verdeutlicht Koldehoff. Gesucht werden Ehrenamtler, die leichte Gartentätigkeiten ausführen, wie Unkraut zupfen. Oder abwaschen, an Festen beim Aufbau und am Stand helfen, mit den Hunden Gassi gehen und mit den Katzen kuscheln. Größtenteils finanziert sich das Tierheim über Spenden und Erbschaften – auch hier ist Hilfe weiterhin gern gesehen. „Ein ganz großes Dankeschön geht noch an alle Hundefutter-Spender, die uns nach dem letzten Aufruf damit regelrecht bombardiert haben“, lacht die Tierpflegerin.

Momentan sind 13 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende, im Tierheim beschäftigt. Die nächste größere Aktion ist die Hunderallye am 4. September ab 9.30 Uhr. Mensch und Hund lösen hier verschiedenste Aufgaben allein und gemeinsam. Anmeldungformulare sind unter www.tierheim-luebeck oder c.beier_luebeck@web.de anzufordern. Es kann sich auch am Starttag vor Ort von 7.30 bis 9 Uhr angemeldet werden.

Eine letzte Bitte hat Jenny Koldehoff: „Wir haben zurzeit ein paar (halb)wilde Katzen. Für sie suchen wir händeringend einen Bauernhof oder ähnliches, wo sie einen Platz und Futter bekommen und ungestört ihrem Katzenleben nachgehen können. Das Dasein im Tierheim stresst diese wilden Tiere ungemein.“ Interessenten können sich unter der Tierheim-Nummer 0451/306911 melden.            msn

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