Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 16. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. August 2011

Auswirkungen der Klimafolgen

Überregionale Arbeitsgemeinschaft untersucht küstennahe Regionen

In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen haben die Niederschläge in den letzten 100 Jahren um etwa 10 bis 13 Prozent zugenommen (Insa Meinke, Norddeutsches Klimabüro, GKSS Forschungszentrum Geesthacht).

Die Zunahme von Starkregenfällen führt zu einem verstärkten Einschwemmen von Stoffen in die Gewässer. Daraus ergeben sich ganz praktische Fragen, z. B. ob man in Zukunft noch in den Flüssen und Seen baden kann oder ob sich ein guter ökologischer Gewässerzustand entwickeln kann, wie die Wasserrahmenrichtlinie ihn fordert.

Um den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gewässer praxisbezogen nachzugehen, arbeiten 19 Partner aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und den Niederlanden im Projekt  „Dipol“ (diffuse Pollution, übersetzt: diffuse Verschmutzung) zusammen.

Die Auswirkung der Klimafolgen auf die Belastung von küstennahen Regionen durch Schadstoffe, Nährstoffe und pathogene Bakterien werden untersucht. Damit soll eine Informationsgrundlage für politische Entscheidungsträger, Behörden und Nichtregierungsorganisationen erarbeitet werden, die die Einbeziehung von bisher wenig beachteten aber möglicherweise stark nutzungsrelevanten Aspekten der Klimaveränderung in langfristigen Planungen ermöglicht. Das Dipol-Projekt wird  durch die Europäische Union im Rahmen des Interreg IV B Programms „Nordseeregion“ gefördert.

In Oslo, Kopenhagen, Göteborg und Wilhelmsburg sind chemische und biologische Untersuchungen an den unterschiedlichen Gewässern durchgeführt worden um auf der Grundlage der Untersuchungen ein Programm zur Voraussage der Entwicklung der Wasserqualität zu erstellen. Gymnasien aus Wilhelmsburg, Göteborg und Oslo haben an dem Projekt mit Schülerarbeitsgruppen aus dem Chemie- und Biologieunterricht aktiv teilgenommen und sich gegenseitig bei der Probenahme unterstützt.

Das Modell Simaclim, eines der im Projekt entwickelten Werkzeuge, wird komplexe ökologische Prozesse in besiedelten Fluss- und Küstengebieten beschreiben können und simuliert unterschiedliche Szenarien, in dem es die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen darstellt.Unterstützend dazu wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, um die auseinanderstrebenden Interessen deutlich herauszuarbeiten und zu einer gemeinsamen Sprache zu finden. Das Model Simaclim wurde in den verschiedenen Entwicklungsphasen von der Wasserbehörde Lübeck auf Praxistauglichkeit getestet. Die Abschlusskonferenz wird am 15. September in Hamburg stattfinden. Diese Konferenz ist öffentlich. Anmelden kann man sich über die Website des Projektes unter www.interreg-dipol.de.

Haben Sie weitere Fragen? Dann erreichen Sie das Lübecker Umwelttelefon unter Telefon 0451/122 3929 (Mo., Di., Fr., von 10-12 Uhr, Do. von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr). Hansestadt Lübeck, Bereich Umweltschutz, Dr.-Julius-Leber-Straße 50-52, 23552 Lübeck.

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