Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. August 2011

Bitte nicht wegsehen!

Autor: Hans-Jürgen Martens

Die Linke

Wer am 22.en August durch Lübeck ging, wurde Zeuge eines schlimmen Vorfalls. Nachmittags bei strahlendem Sonnenschein, auf offener Straße, mitten in der Fußgängerzone, prügelten sich zwei Menschen. Ein Mann und eine Frau. Es gab Geschrei, Pöbeleien und Handgreiflichkeiten, doch keiner, der sich rasch ansammelnden Zuschauer sah sich in der Lage einzuschreiten. Die Streithähne waren keineswegs kräftige, finster aussehende Personen, denen man nachts nicht allein begegnen möchte – sondern MitbürgerInnen in einer eskalierten Situation. Doch die Menschenmenge sah sich nicht berufen, ein wenig Zivilcourage zu zeigen. Ein (!) junger Mann ist dazwischen gegangen, hat die Streitenden getrennt und zur Beruhigung aufgefordert – kein weiterer Passant hat diesem jungen Mann beiseite gestanden. Auch das direkte Ansprechen herumstehender, die Situation beobachtender, männlicher Mitbürger, durch eine junge Frau, zeigte keine Wirkung – sie solle doch lieber die Polizei rufen, war die häufigste Antwort. Das hatten beherzte Passanten allerdings bereits getan, wie man beim flüchtigen Umsehen sofort ausmachen konnte. Aber ein Eingreifen, bis die Polizei vor Ort ist, sollte nicht zu viel verlangt sein. Damit können nicht nur die Streithähne in Schach gehalten werden, sondern es kann Schlimmeres verhindert werden. Liebe LübeckerInnen: ich appelliere an jeden Einzelnen – fassen sie sich ein Herz und nehmen sie umstehende Personen mit, denn viele Helfer können viel helfen. Keiner soll eingreifen, wenn er sich dabei selbst gefährdet – aber ein Mindestmaß an Zivilcourage ist wünschenswert!

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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