Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 27. September 2011

Shared Space: Gemeinschaftsstraßen

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

Seit Jahrzehnten beeinträchtigt der Autoverkehr das Leben in dicht besiedelten Gebieten. Geschäftsstraßen als Fußgängerzonen sind nur winzige Inseln in einer Großstadt. Um die Verkehrsberuhigung voranzubringen, wird in europäischen Ländern zunehmend das Konzept des ‚Shared Space‘ praktiziert. Die englische Bezeichnung hat sich als Fachbegriff eingebürgert und bedeutet, dass sich die unterschiedlichen VerkehrsteilnehmerInnen den gesamten Straßenraum zur Nutzung teilen. Die Abgrenzung von Fahrbahn, Fußweg, Radweg und dergleichen entfällt. In Hamburg heißen solche Bereiche ‚Gemeinschaftsstraßen‘. Sie sind nicht dasselbe wie Fußgängerzonen, Wohnstraßen oder Tempo-30-Zonen. Innerhalb des Shared-Space-Bereichs gibt es keine Verkehrsschilder und keine Ampeln, wechselseitige Rücksichtnahme ist erforderlich. FußgängerInnen ist auszuweichen, aber sie sollen Fahrzeuge auch nicht willkürlich behindern. Es gilt gewöhnlich eine Zonengeschwindigkeit von Tempo 20 oder Tempo 10, also etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit. Bei diesem Mischverkehr verringert sich das durchschnittliche Unfallgeschehen um bis zu 30 Prozent gegenüber der ‚normalen‘ städtischen Umgebung und umfasst meist nur noch Bagatellschäden. Shared Space ist ein Konzept, das den örtlichen Gegebenheiten und den Bedürfnissen der AnwohnerInnen entsprechend variieren kann. Die Mitgestaltung durch die BürgerInnen ist ein wichtiger Bestandteil. Zur Sitzung der Bürgerschaft am 29. September 2011 beantragt unsere Fraktion unter Punkt 4.36 der Tagesordnung, zur Ausgestaltung geeigneter Straßen das Shared-Space-Konzept anzuwenden.

V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Schubert

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