Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 04. Oktober 2011

Eidechsen können nicht umziehen

Autorin: Lilo von Holt

Die Grünen

Die Ausgleichsflächen für den Bau des 8. Fähranlegers des Skandinavienkais funktionieren auch nach 22 Jahren nicht. Nicht nur Kleinsäuger, Vögel, Insekten und Reptilien mussten seinerzeit dem Fähranleger weichen, sondern auch eine Vielzahl seltener Pflanzen. Es wurden damals umfangreiche Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt, das Naturschutzgebiet erhielt Zuwachs in Richtung Kücknitz – doch wie sieht es mit diesen Arealen heute aus? Zwar ist dort nach über zwei Jahrzehnten ohne Dünger und Pestiziden aus den ehemaligen Feldern ein neues Biotop entstanden, auf dem sich eine eigene Pflanzengesellschaft entwickelt hat. Doch von der Artenvielfalt des alten Naturschutzgebietes sind diese Gebiete weit entfernt. Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. bemüht sich mit intensiven Pflegemaßnahmen um die Bereicherung der Ausgleichsflächen: Eine Entwicklung soll durch die „traditionelle“ Bewirtschaftung im Sinne einer Kulturlandschaft gefördert werden, wie sie am Stülper Huk mit einem der artenreichsten Biotope in Norddeutschland gelungen ist oder vielmehr bewahrt wurde. Heute ist offenkundig, dass die Ausgleichsflächen nicht die Verluste ersetzen konnten, die der 8. Fähranleger gefordert hat. Knapp sechs Kilometer Uferlinie als Refugium von internationalem Rang müssen erhalten bleiben, „solange das Gras wächst und das Wasser fließt“, denn es gibt keinen Ersatz. Darum: Hände weg vom Dummersdorfer Ufer!

V.i.S.d.P.: Lilo von Holt

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