Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 18. Oktober 2011

Die sechs Kandidaten im Interview

Sieben brennende Fragen und 42 Antworten darauf

Die „Lübecker Stadtzeitung“ stellte den Bürgermeisterkandidaten sieben Fragen. Lesen Sie die Antworten!

 

Alexandra Dinges-Dierig (58), CDU

Modernisierung und Attraktivität

 

Was qualifiziert Sie dafür, Bürgermeister von Lübeck zu werden? 

Viel Erfahrung an den Schnittstellen zwischen Politik und Verwaltung, der Blick „von außen“ auf Lübeck. Und nicht zuletzt mein Wille zur Gestaltung.

Lübecks Haushalt ist seit Jahren defizitär. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben?   

Vor allem die Modernisierung der Verwaltungsabläufe kann Geld einsparen. Hier ist vieles in Lübeck hoffnungslos veraltet.

Lübecks Bevölkerung wird immer älter. Kann man dieser demografischen Entwicklung entgegentreten und wenn ja – wie?

Attraktiv sein für Fachkräfte und junge Familien. Oberste Priorität hat der Ausbau der Kindertagesbetreuung.

Braucht Lübeck die Ausweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete, oder sollten stattdessen leere oder Brachflächen aktiviert werden?

 Kein Entweder-Oder, Lübeck braucht beides. Und außerdem ein besseres Verhältnis zu den Nachbargemeinden, um gemeinsame Gebiete zu erschließen.

Die Innenstadt soll (nicht) autofrei sein, weil …

Nicht autofrei, weil die Innenstadt lebendig bleiben muss.

Welche Vorstellung haben Sie von Lübeck in zehn Jahren?

Vitales Lübeck: Wirtschaftswachstum, Schuldenabbau, attraktiv für Investoren, familienfreundlich. Und sauberer als heute.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben?

  Lübeck muss seine Chancen nutzen. Wir brauchen Entschlossenheit. Zuallererst Ihre: Gehen Sie zur Wahl und helfen Sie anschließend mit, Lübeck nach vorne zu bringen.

 

 

Matthias Erz (59), BUNT

Radikales Aufräumen im Rathaus

 

Was qualifiziert Sie dafür, Bürgermeister von Lübeck zu werden?

15 Jahre habe ich in der Stadtspitze gearbeitet und kenne die Verwaltung genau. Ich habe eine Zusatzausbildung als Bereichsleiter und ein Herz für Lübeck.

Lübecks Haushalt ist seit Jahren defizitär. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben?

Es helfen keine Einzelmaßnahmen, sondern radikales Umdenken: Wir dürfen nicht mehr Geld ausgeben, als wir einnehmen. Ohne Aufgabenkritik, Mitarbeitermotivation und Bürgerbeteiligung geht das nicht.

Lübecks Bevölkerung wird immer älter. Kann man dieser demografischen Entwicklung entgegentreten und wenn ja – wie?

Ältere Menschen sind wertvoll für die Gesellschaft. Dennoch müssen wir mehr für die Jugend und Neubürger tun. Migranten und ihre Kultur sind ein Reichtum für uns alle!

Braucht Lübeck die Ausweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete, oder sollten stattdessen leere oder Brachflächen aktiviert werden?

Neuausweisungen sollte das letzte Mittel sein, wenn alle Altflächen verbraucht sind.

Die Innenstadt soll (nicht) autofrei sein, weil …

Die Innenstadt soll autofrei sein, weil sie erst frei vom Blech ihren Charme entfalten kann.

Welche Vorstellung haben Sie von Lübeck in zehn Jahren?

Wenn jetzt der richtige Wechsel an der Stadtspitze gelingt, könnte Lübeck in zehn Jahren saniert sein und seine Lebensqualität erhalten oder gar ausgebaut haben.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben? 

Gehen Sie wählen und helfen Sie dabei, im Rathaus radikal aufzuräumen und einen Neuanfang einzuleiten!

 

 

Torsten Fürter (41), Grüne

Neuer Schwung für Lübeck

 

Was qualifiziert Sie dafür, Bürgermeister von Lübeck zu werden?

Als Richter in Lübeck bin ich mit vielen Menschen der Stadt in Berührung gekommen. Aus meiner Pressesprecherzeit weiß ich, wie Verwaltung funktioniert. Als Abgeordneter verfüge ich über gute Kontakte in die Landespolitik. Ich kann zuhören und nehme Menschen ernst.

Lübecks Haushalt ist seit Jahren defizitär. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben?

Bildung mehr. Flughafen weniger.

Lübecks Bevölkerung wird immer älter. Kann man dieser demografischen Entwicklung entgegentreten und wenn ja – wie?

Wegen der Energiewende werden viele Kuchenstücke neu verteilt. Das nutzen wir, um die Lübecker Wirtschaftskraft zu stärken. Zudem bauen wir die Achse nach Hamburg aus, zum Beispiel durch die Einbeziehung in den HVV, damit weniger Junge wegziehen.

Braucht Lübeck  die Ausweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete, oder sollten stattdessen leere oder Brachflächen aktiviert werden? 

Vorhandene Flächen zunächst ausschöpfen.

Die Innenstadt soll (nicht) autofrei sein, weil …

der Autoverkehr in der City auf das reduziert werden muss, was unabweisbar ist.

Welche Vorstellung haben Sie von Lübeck in zehn Jahren?

Wir haben mit einem Grünen Bürgermeister und einem Profil als Leuchtturm der Energiewende im Norden neuen Wohlstand gewonnen.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben?

Lübeck braucht neue Energie. Welchem Kandidaten trauen Sie zu, Lübeck auf die Sicht von zehn Jahren neuen Schwung zu bringen?

 

 

Harald Klix (38), parteilos

Investitionen in die Jugend- und Familienpolitik

 

Was qualifiziert Sie dafür, Bürgermeister von Lübeck zu werden?

Meine Erfahrungswerte, die ich gesammelt habe, zusätzlich mein Geschick ein Unternehmen erfolgreich zu leiten sowie mit geringen finanziellen Mitteln den größten Nutzen zu erzielen.

Lübecks Haushalt ist seit Jahren defizitär. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben?

Wir müssen mehr in die Jugend- und Familienpolitik investieren, sowie in Kita- bzw. Krippenplätze. Weniger in den Straßenbau. Durch die neue Regelung der Bundes- und Landstraßen, kann ich die betroffenen Träger finanziell mit ein beziehen.

Lübecks Bevölkerung wird immer älter. Kann man dieser Entwicklung entgegentreten und wenn ja – wie?

Wir müssen durch die Attraktivität glänzen, junge Menschen dazu bewegen sich in Lübeck niederzulassen und attraktive Arbeitsplätze schaffen durch die Ansiedlung neuer Firmen.

Braucht Lübeck die Ausweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete, oder sollten stattdessen leere oder Brachflächen aktiviert werden?

Je nach Größe, entweder oder, damit kein Meter verschwendet wird.

Die Innenstadt soll (nicht) autofrei sein, weil …

nur zum Teil. Der Einzelhandel darf keine Umsatzverluste haben.

Welche Vorstellung haben Sie von Lübeck in zehn Jahren?  

Starker Anlauf des Tourismus, Kulturhauptstadt (weltweit vertretbar), VFB Lübeck in der 2. Liga, wirtschaftstark mit einem starken Mittelstand.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben?

Denken Sie daran, welcher Weg für alle der beste ist. Ein neuer Weg mit neuen Zielen ist wertvoller als auf dem gleichen Pfad zu bleiben.

 

 

Bernd Saxe (57), SPD

Jahrelange Erfahrung und Sanierung ohne Tabus

 

Was qualifiziert Sie dafür, Bürgermeister von Lübeck zu werden?

Elf Jahre Erfahrung im Amt, zwei Perioden im Landtag, zuständig für Kommunales und Europa. Geschäftsführer der SPD, Vorstand AWO.

Lübecks Haushalt ist seit Jahren defizitär. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben?

Bildung und Betreuung bleiben wichtig. Sanierung ohne Tabus, Aufgabenkritik und -abbau, nur so geht's. Aber Landesfonds nutzen sowie Wachstum und Arbeitsplätze schaffen.

Lübecks Bevölkerung wird immer älter. Kann man dieser demografischen Entwicklung entgegentreten und wenn ja – wie? 

Bezahlbarer Wohnraum für Familien und Studenten, gute Kinderbetreuung, mehr Arbeitsplätze, Beitritt zur Metropolregion, gute Verkehrsinfrastruktur.

Braucht Lübeck die Ausweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete, oder sollten stattdessen leere oder Brachflächen aktiviert werden? 

Neue Bau- und Gewerbegebiete sind wichtig, auch interkommunal. Dass dazu ebenso Brachflächen aktiviert werden, ist klar.

Die Innenstadt soll (nicht) autofrei sein, weil …

wir mit Wirtschaft und Bewohnern ein gutes System des Innenstadtverkehrs entwickelt haben. Zwang ist der falsche Weg.

Welche Vorstellung haben Sie von Lübeck in zehn Jahren?

Vollbeschäftigung, gesunde Finanzen, Kulturvielfalt, Wissenschaftsstadt, gute Bildung und Betreuung, soziale Stadt, Energiewende gepackt.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben?

Das wichtigste: Wählen gehen! Und dafür sorgen, dass Lübeck weiter geht in eine gute Zukunft.

 

 

Jens-Uwe Schulz (58), Die Linke

Ein gerader Rücken und Gelassenheit

 

Was qualifiziert Sie dafür, Bürgermeister von Lübeck zu werden?

Ein gerader Rücken, Gelassenheit  und vor allem die Fähigkeit, erst genau zuzuhören und dann auch entschieden zu handeln.

Lübecks Haushalt ist seit Jahren defizitär. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben?

Lübecks Aufgaben in der sozialen Daseinsvorsorge will ich sparsam und mit Augenmaß erfüllen. Zu dieser Priorität sehe ich keine Alternative.

Lübecks Bevölkerung wird immer älter. Kann man dieser demografischen Entwicklung entgegentreten und wenn ja – wie?

Lübeck muss Lebens- und vor allem Zukunftschancen für alle Generationen gestalten. Dazu gehören Arbeitsplätze, ein gut ausgebautes Bildungs- und Ausbildungsangebot und ein lebendiges Wohnumfeld besonders für Familien.

Braucht Lübeck die Ausweisung weiterer Bau- und Gewerbegebiete, oder sollten stattdessen leere oder Brachflächen aktiviert werden?

Beim Wohnungsbau wird es zukünftig eher um Verdichtung gehen. Aber auch für Gewerbe müssen zuerst die vorhandenen Flächen genutzt werden.

Die Innenstadt soll (nicht) autofrei sein, weil …

Eine autofreie Innenstadt wäre ein Zugewinn an Attraktivität und Lebensqualität für ganz Lübeck und seine Gäste.

Welche Vorstellung haben Sie von Lübeck in zehn Jahren?

Lübeck soll auch in zehn Jahren noch leidenschaftlich Lübeck sein, weltoffen, bewohnbar und gastlich.

Was möchten Sie den Wählern für den Wahl-Sonntag mit auf den Weg geben?

Nutzen Sie Ihre Stimme für ein konsequent soziales und zukunftsfähiges Lübeck.

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