Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 25. Oktober 2011

Abbruch führte zum Einbruch

Autor: Matthias Erz

Lübecker BUNT

Vor rund 20 Jahren startete die Hansestadt eine große Verwaltungsreform und gab unter dem damaligen Bürgermeister Bouteiller viel Geld dafür aus, den Verwaltungsapparat zu verschlanken, leistungsfähig und serviceorientierter zu machen. Die zentralen Querschnittsämter wurden aufgelöst, deren Verantwortung und Aufgaben auf neu geschaffene „Bereiche“ verlagert. Die Bereiche lösten die überkommende Ämterstruktur ab, was zu mehr Eigenverantwortung und Sparanreizen führen sollte und massive Einsparungen ermöglichte. Alle Amtsleiter mussten zwei Jahre lang in ein anspruchsvolles und stressiges Umschulungsprogramm, um sich dort zu bewähren und nach der zweijährigen Probezeit zum Bereichsleiter ernannt zu werden (1999). Dieses neue Steuerungsmodell (NSM), mit unzähligen teuren Beraterstunden vorangetrieben, hat dann Bürgermeister Saxe beim Amtsantritt 2000 aus Unlust jäh gestoppt. Die Verwaltungsreform blieb somit ein Torso und erreichte ihre Ziele nicht. Noch immer haben die hochqualifizierten Bereichsleiter keine volle Personal- und Budgethoheit, müssen jeweils die Zustimmung ihrer Dezernenten („Senatoren“) einholen. Hieran krank die Hansestadt besonders: An einer Reform, die auf halbem Weg stehen geblieben ist und ihre Ziele nicht erreichen kann.

V.i.S.d.P.: Dr. Hildegund Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de