Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 15. November 2011

Lübecks kulturelle Vielfalt wertschätzen

Wie kann Integration in der Hansestadt gelingen? Fragen an Lübecker Persönlichkeiten

Unesco-Weltkulturerbe, Kulturhauptstadt des Nordens, Stadt der Nobelpreisträger oder Tor zur Ostsee sind Begriffe, die mit Lübeck eng verwoben sind. Doch Lübeck hat noch einen weiteren Schatz, den es zu heben gilt: seine kulturelle Vielfalt.

Aktuell haben 18,9 Prozent der Lübeckerinnen und Lübecker einen Migrationshintergrund, das sind 40.020 Personen. In der Altersgruppe der 0 bis 17-Jährigen sind es für die Gesamtstadt bereits 28,9 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner. Angehörige aus über 154 Staaten  wohnen in der Hansestadt. Sie alle bringen interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse, Kulturenvielfalt und andere besondere Fähigkeiten mit. Potenziale, die als eine Bereicherung für die Stadt begriffen werden müssen.

Die Rahmenbedingungen für eine Kultur der Offenheit, Toleranz und für den Umgang mit Vielfalt und Unterschiedlichkeit hat die Lübecker Bürgerschaft mit ihren Beschlüssen zur Entwicklung eines kommunalen Integrationskonzeptes geschaffen.

Eine Gesamtstrategie zur Integrationsarbeit wurde von der Verwaltung unter Beteiligung von externen Expertinnen und Experten und Betroffenen entwickelt, die auf wechselseitigen Respekt und Anerkennung sowie auf ein positives Bewusstsein für gesellschaftliche Vielfalt abzielt, die Integration als eine Querschnittsaufgabe sieht, mit dem Hauptfokus auf Verbesserung der Zugangschancen in allen wichtigen gesellschaftlichen Bereichen, wie Bildung, Gesundheitswesen, Wohnen, Ausbildung, Arbeitsmarkt und Partizipation.

Das Integrationskonzept soll Anfang 2012 in der Bürgerschaft beschlossen werden. Die spätere Umsetzung von Maßnahmen soll unter Beteiligung von Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen erfolgen, denn Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

„Auf dem Weg hin zu einem diskriminierungsfreien und gelingenden gesellschaftlichen Miteinander brauchen wir alle Kräfte der Gesellschaft“, so Sven Schindler, Senator für Wirtschaft und Soziales. Für ihn ist die Integrationsarbeit nicht nur im sozialen Bereich wichtig, sondern auch im wirtschaftlichen. „Eine Kultur der Offenheit gegenüber ethnisch-kulturellen Minderheiten und eine anregende kulturelle Vielfalt in einem toleranten Stadtklima sind entscheidende sog. ‚weiche’ Standortfaktoren. Lübeck hat sich vom traditionellen Produktionsstandort zu einer Basis für Zukunftsindustrien, einem Zentrum für Handel, Dienstleistungen sowie Lehre und Forschung entwickelt. Für diese Branchen mit teilweise stark internationalisierten Strukturen sind die beschriebenen weichen Standortfaktoren von besonderem Interesse“, so Schindler. Ist Lübeck offen und bereit für ein Miteinander der Kulturen? Ist eine gelingende Integration in der Hansestadt Lübeck angesichts der angespannten Haushaltslage überhaupt denkbar?

Diese und weitere Fragen stellte Anke Seeberger von der Stabsstelle Integration der Hansestadt Lübeck, Personen des öffentlichen Lebens aus Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Bereichen und erhielt viele Antworten. Die Interviews werden in loser Folge in der Lübecker Stadtzeitung veröffentlicht werden. Die ersten Antworten gibt Frau Antje Peters-Hirt, Direktorin der Gemeinnützigen, Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeiten.

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