Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. November 2011

Heizkosten: Niedrig? Im Schnitt? Erhöht?

Bundesweiter Heizspiegel 2011 schafft Durchblick

An dieser Stelle informiert Sie der Bereich Umweltschutz über aktuelle Themen zu Umwelt und Gesundheit Heute: Bundesweiter Heizspiegel 2011

Die Heizkosten ölbeheizter Häuser sind im vergangenen Jahr um rund 35 Prozent gestiegen. Bei Erdgas und Fernwärme fiel der Anstieg weniger drastisch aus. Das geht aus dem Bundesweiten Heizspiegel hervor, den die gemeinnützige co2online GmbH zum siebten Mal veröffentlicht hat. Projektpartner ist wie in den Jahren zuvor der Deutsche Mieterbund (DMB). Der vom Bundesumweltministerium geförderte Bundesweite Heizspiegel 2011 liefert Vergleichswerte zu Heizkosten, Heizenergieverbrauch und CO2-Emissionen zentral beheizter Wohngebäude für das Abrechnungsjahr 2010. Mit diesen Werten und ihrer Heizkostenabrechnung können Mieter und Eigentümer feststellen, ob die aktuellen Heizkosten günstig oder zu hoch sind. Für den Heizspiegel wurden bundesweit knapp 88.000 Gebäudedaten ausgewertet. Die Hansestadt Lübeck unterstützt die Heizspiegelkampagne und bietet den Bürgerinnen und Bürgern den Bundesweiten Heizspiegel an. Die Broschüre liegt kostenlos im Bereich Umweltschutz, Dr.-Julius-Leber-Straße 50-52, für Sie zur Abholung bereit und steht zusätzlich im Internet unter http://umweltschutz.luebeck.de/klima-1.html zum Download bereit.

Kalter Winter und Preisanstieg sorgen für steigende Kosten
Der aktuelle Heizspiegel zeigt: Das Beheizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl kostete im vergangenen Jahr durchschnittlich 850 Euro. Das sind 220 Euro (+ 34,9 %) mehr als 2009. Mieter mit Erdgasheizungen zahlten 805 Euro und damit 20 Euro mehr (+ 2,5 %) als im Vorjahr. Die Heizkosten für Fernwärme stiegen ebenfalls um 20 Euro auf 880 Euro (+ 2,3 %). „Verantwortlich für diese Entwicklung ist vor allem die Preisexplosion beim Heizöl und der im Schnitt um 13 Prozent gestiegene Heizenergieverbrauch in Folge des harten Winters“, sagt Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online.

Eine Entlastung der Verbraucher ist nicht in Sicht, warnt co2online. „Gegenüber dem Vorjahr sind die Heizölpreise in diesem Jahr weiter gestiegen – im Schnitt um 25 Prozent. Die Gaspreise liegen knapp vier Prozent über dem Erdgaspreis von 2010 und Fernwärme wurde fast sieben Prozent teurer“, sagt Hengstenberg. Ein Viertel der Gasversorger hat zudem für den Herbst weitere Preiserhöhungen von durchschnittlich elf Prozent angekündigt. Die energetische Modernisierung von Wohngebäuden bleibt unverzichtbar. Nur so können sich Haushalte auf lange Sicht unabhängig von der Energiepreisentwicklung machen.

Ein erster Schritt zur Modernisierung ist die Kenntnis des eigenen Verbrauchs. Dabei hilft der Bundesweite Heizspiegel. Wird ein erhöhter Verbrauch festgestellt, hilft ein schriftliches Heizgutachten. Die Experten von co2online prüfen dafür die Verbrauchsdaten der Energie- und Heizkostenabrechnungen von Mietern und Eigentümern. Gutachten bewerten Verbrauch, Heizkosten sowie Heiznebenkosten und geben Tipps, wie sich die Ausgaben im Einzelfall reduzieren lassen. Eine rechtliche Überprüfung der Abrechnungen nehmen die Fachleute der örtlichen Mietervereine vor. Eine infolge des Heizgutachtens vorgenommene Modernisierung stößt im Schnitt – hochgerechnet auf 20 Jahre – eine Vermeidung von rund 52 Tonnen CO2 an. Zudem ist es ein wirksames Konjunkturpaket für Handwerk und Industrie. Dort sorgt jede Modernisierung aufgrund des Heizgutachtens im Schnitt für einen Umsatz von rund 28.000 Euro. Mieter werden zusätzlich mit einer fachlichen Stellungnahme unterstützt, die den Vermieter auf Einsparpotenzial hinweist. Ein Gutschein für ein Heizgutachten ist im Bundesweiten Heizspiegel enthalten. Holen Sie sich Ihr Exemplar!

Die gemeinnützige co2online GmbH (www.co2online.de) setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Mit interaktiven Energiespar-Ratgebern, einem Energiesparkonto, Heizspiegeln und Heizgutachten motiviert sie den Einzelnen, mit aktivem Klimaschutz auch Geld zu sparen. Seit 2005 wird der vom Bundesumweltministerium geförderte Bundesweite Heizspiegel jährlich veröffentlicht. Von 1995 bis 2010 erstellte co2online mehr als 80 Kommunale Heizspiegel und 60.000 Heizgutachten.

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