Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. November 2011

Ostsee "entschärfen"

Autor: Dr. Michaela Blunk

FDP

Schon vor Jahren forderte die FDP aus aktuellem Anlass die systematische Absuche des Ostseebodens, genaue Kartierung und gegebenenfalls Bergung des Munitions- und Chemieabfalls. Bürgermeister Saxe und die damalige Landesregierung reagierten mit Schweigen. Als die FDP-Fraktion deshalb einen entsprechenden Antrag in der Bürgerschaft stellte, warf mir der Bürgermeister „verantwortungsloses Wahl-kampfmanöver“ vor. Kurze Zeit später meldete sich bei mir das Fernsehen, und es entstand ein eindringlicher Film, der mehrfach in ganz Deutschland gesendet wurde. Erst dann und einige gefährliche Anspülungen und Radiosendungen später wurden auch die Verwaltungen aktiver. Nicht nur der Zufallsfund der V1-Sprengköpfe in der Lübecker Bucht „schreien“ geradezu nach endlich systematischem Vorgehen. Schon 2010 erhielt ich nämlich von einem ehemaligen Luftwaffensoldaten den folgenden Hinweis, den ich sofort weiter geleitet habe: 1945 sind zwei Kameraden durch das Riechen an einer von mehreren in Großenbrode angespülten „kleine(n) Flaschen mit einer bräunlichen Flüssigkeit (ca. 100-200 ml)“ an inneren Verätzungen elendig ge-storben. Ich habe nie eine Antwort erhalten, ob nach zu vermutenden weiteren Flaschen jemals gesucht worden ist.

V.i.S.d.P.: Thomas Rathcke

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