Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 11. Dezember 2018

Ausgabe vom 18. August 1998

Theaterporträts

Theater macht Spaß: Der Schauspieler Jan-Peter Heyne

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Jan-Peter Heyne; Foto: TL

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Der Schauspieler Jan-Peter Heyne

"Die Freiheit, zu lügen, die wir als Schauspieler haben, ist zwar nicht seriös, aber gestattet." Jan-Peter Heyne weiß, daß es in diesem Sinne ehrlicher auf der Bühne zugeht als in dem Berufsleben, das er einmal angesteuert und ausgeübt hat. Denn er ist studierter Jurist mit Praxis als Referendar und Rechtsanwalt. Doch einordnen in diese "Normalität" ließ sich der Sproß einer traditionsreichen Hamburger Kaufmannsfamilie nie. Als wahrlich Alternativer spielte er in der Altonaer "Fabrik" Amateurtheater - im Alter von 34 Jahren ließ er sich schließlich überzeugen und nahm Schauspielunterricht.

Der Spätberufene wollte seine "Fehler im Verborgenen machen":Der Anfänger ging nach Coburg und Kaiserslautern. Und er war 40, als er zum erstenmal in Lübeck engagiert wurde und fünf Jahre blieb.

Daß Jan-Peter Heyne inzwischen erneut dem Ensemble angehört und als Charakterdarsteller mit Naturburschen-Image seine Rollen gewichtig ausfüllt, liegt daran, daß er eigentlich gar nicht richtig weg war (in Krefeld/Mönchengladbach und Nürnberg). Denn er hatte seine Altstadtwohnung mit Blick über Lübecks Dächer nicht aufgegeben, sich immer wieder hierher zurückgezogen - und war zur Stelle, als sein jovialer Typ verlangt wurde: Die Rollen in "Antigone", "Das Käthchen von Heilbronn", "Angst essen Seele auf" und der Ehemann im "Reigen" (auch in der neuen Saison) lassen in ihm immer wieder den Realisten, den Pragmatiker erkennen.

"Theater macht Spaß" bekennt Jan-Peter Heyne unumwunden. Er hat in 15 Jahren allerdings noch nie einen Rechtsanwalt gemimt. Auch nicht im Fernsehen, wo er im Studio Hamburg bereits zwanzig kleine Rolle gespielt hat - vom einsilbigen Doc ("Balko"-Serie) bis zum Kranführer.

20 Drehtage im Jahr sind "zwar nicht künstlerisch wertvoll", bringen aber ein gutes Zubrot für einen Mann, der seinen eigenen Weg geht. Güz

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