Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 06. Dezember 2011

Bettensteuerstreit nicht neu

Autor: Sigurd Seiboth

Bürger für Lübeck

Wer lange im Tourismus tätig ist weiß, dass in Abständen über die Kurtaxe, die Bettensteuer und andere Nebenabgaben gestritten wird. Einige Überlegungen dazu: Rechnet man die Abgaben in den Bettenpreis, fällt Umsatzsteuer wie mit der Hauptleistung an, was bei der getrennten Ausweisung und zusätzlichen Vereinnahmung vor Ort nicht erfolgt. Die Reiseveranstalter freuen sich über einen höheren Logispreis inkl. verdeckter Abgabe; es gibt darauf schließlich bis zu 25% Provision. Auf Abgaben und Kurtaxe sonst natürlich nicht. Der Verwaltungsaufwand für die getrennte Zahlung ist enorm und warum soll der Beherbergungsbetrieb das Inkasso für die Kommune übernehmen? Es wurde früher vorgeschlagen für das Inkasso Provision zu zahlen, dann würden die Hoteliers motiviert. Nun aber wurden die Hotels umsatzsteuerlich entlastet, und zahlen mit unterschiedlichen Steuersätzen für Logis und Speisen. Für Speisen und Getränke gibt es auch den verminderten Steuersatz, wenn der Hotelier außer Haus verkauft, z.B. aus einem Kiosk heraus in den Garten. Und wie wird die Vorsteuer gehandelt? Aufgeteilt proportional zu dem Umsatzgruppen, oder nach Einzelnachweis? Fazit: Das Steuerrecht ist verworren genug, gleichwohl gibt es noch genügend Möglichkeiten es durch neue politische Ideen und Streitereien weiter zu verkomplizieren. So lange nämlich, bis der Zusatzumsatz, die Zusatzkosten übersteigt und der Gast nicht wegen höheren Kosten sondern wegen des Chaos wegbleibt: Ein Tagungsteilnehmer zahlt keine Bettenabgabe, die privat mitreisende Begleitung schon. Wie viel? 50%? Oder gar 100%? Oder daheim bleiben?

V.i.S.d.P.: Oliver Dedow

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