Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 13. Dezember 2011

Lindenplatz: Eine Spur soll weg

Sicherheit oder Staufreiheit – darüber entscheidet die Bürgerschaft

Am vorigen Montag wurden die Ergebnisse des Arbeitskreises „Lindenplatz" im Bauausschuss vorgestellt. Vorgeschlagen wird, die Spuren des Kreisverkehrs auf zwei zu reduzieren und eine Ampel an der Einmündung Fackenburger Allee aufzustellen. Ein einjähriger Test, der am
1. April beginnen soll, soll klären, ob das Konzept funktioniert. Die Politik ist skeptisch.

Rund 55.000 Fahrzeuge nutzen den Lindenplatz jeden Tag. Die Polizei registriert dort im Jahr durchschnittlich 43 Unfälle. Gemessen am Verkehrsaufkommen ist die Unfallgefahr auf dem Platz also sehr gering. Die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel am Berliner Platz zu verunglücken ist deutlich höher. Trotzdem haben viele Radfahrer Angst, den Lindenplatz zu befahren. Die Bürgerschaft gründete deshalb vor drei Jahren einen Arbeitskreis, der eine Lösung erarbeiten sollte.

Im wesentlichen sollen dreispurige Fahrbahnen auf zwei Spuren reduziert werden - und zwar im Kreisverkehr und an den Zufahrten Puppenbrücke, Fackenburger Allee und Moislinger Allee. Beeinträchtigungen gibt es auch für Radfahrer. So soll die Einfahrt von der Konrad-Adenauer-Allee durch eine Grünfläche unterbunden werden. Radfahrer aus Richtung Innenstadt müssen dann einen neuen Radweg in Richtung Fackenburger Allee benutzen. Dort wird es eine neue Ampel geben – mit einer Wartezeit von maximal 70 Sekunden. So kann die Fahrbahn überquert werden. Von dort geht es dann in Richtung Bahnhof, ZOB oder Moislinger Allee. Für den Bereich von der Moislinger Allee bis zur Fackenburger Allee wird es einen markierten Streifen für Radfahrer geben. Die Kosten für einen Umbau würden rund eine Million Euro betragen. Die Bauverwaltung schlägt deshalb einen einjährigen Test vor. Der Kreisverkehr erhält neue Markierungen mit zwei Spuren, wie zum Beispiel am Berliner Platz. Die rechte Spur in der Fackenburger Allee wird mit Pflanzenkübeln gesperrt. Außerdem wird dort eine Fußgängerampel aufgebaut, die mit den Anlagen vom Holstentorplatz bis Schwartauer Allee auf „grüne Welle" geschaltet ist. Wenn die Politik zustimmt, geht es am 1. April los. Die Politik äußert sich skeptisch, denn das Projekt müsste von der Stadt alleine finanziert werden. Für 1,4 Millionen Euro könnte eine neue Brücke über den Stadtgraben gebaut werden, die Fußgängern und Radfahrern einen sicheren Weg zur Altstadt ermöglicht. Außerdem wird der Verkehrsfluss behindert. „Entweder Verkehrssicherheit oder flotte Autofahrten", fasst die Bauverwaltung die Alternativen zusammen. vg

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