Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 10. Januar 2012

Gedenken an Dr. Julius Leber

SPD gedachte mit einer Kranzniederlegung ihrem ehemaligen Vorsitzenden

Die Lübecker SPD hat am Donnerstag mit einer Kranzniederlegung an ihren ehemaligen Vorsitzenden Dr. Julius Leber gedacht. Der Sozialdemokrat wurde am 5. Januar 1945 durch die Nationalsozialisten hingerichtet. Der Landtagsabgeordnete Thomas Rother erinnerte an die bedrückende Aktualität von rechtsradikalem Terror.

Thomas Rother betonte die Bedeutung des Kampfes gegen Nazi-Demos und NPD. Völliges Unverständnis hat er für die Arbeit der Ermittlunsgbehörden gegen den rechten Terror der vergangenen Jahre. Die Trennung von Polizei und Verfassungsschutz sei zwar eine Lehre aus dem dritten Reich, sei aber keine Entschuldigung für die mangelhafte Zusammenarbeit. Das es einen politischen Streit gebe, was als rechtsradikale Straftat eingestuft werde, sei beschämend. Es werden kämpferische Abgeordnete gebraucht, wie
Dr. Leber einer war.

Dr. Julius Leber war Chefredakteur des Lübecker Volksboten, für den unter anderem auch Willy Brandt als Schüler geschrieben hat. Im März 1933 wurde er verhaftet, weil im Rahmen einer Auseinandersetzung ein SA-Mann niedergestochen wurde. Dr. Leber wurde von Nationalsozialisten als „geistiger Urheber“ der Tat verurteilt und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. 1937 wurde er wieder entlassen. Der Sozialdemokrat schloss sich dem bürgerlichen Widerstand an. Nach dem geplanten Putsch am
20. Juli 1944 hatte von Stauffenberg ihn als Innenminister vorgesehen. Bereits am 5. Juli 1944 wurde Dr. Julius Leber aber erneut festgenommen und in einem Schauprozess zum Tode verurteilt. Am 5. Januar 1945 wurde das Urteil in Berlin vollstreckt.       vg

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