Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 10. Januar 2012

Wohlfühlhaupstadt Lübeck?

Autor: Wilfried Link

Die Linke

Ja, man fühlt sich wohl in Lübeck, besonders die Touristen, die nach Lübeck kommen. Die Lübecker, die einer gut bezahlten Arbeit nachgehen, fühlen sich ebenfalls wohl. Wie steht es aber mit den etwa 12 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die vom Arbeitslosengeld II (nach dem Hartz IV Gesetz) leben. Wie mögen sie sich gefühlt haben, als sie Weihnachten ohne Tannenbaum verbracht haben? Das Geld dafür ist aus dem Regelsatz gestrichen worden, weil er nicht zum erforderlichen Grundbedarf gehört. In der Regel sind Hartz IV – Empfänger Menschen, die eine mehr oder weniger lange Erwerbsarbeit hinter sich haben, wie zum Beispiel ein Lübecker Arbeiter aus dem Drägerwerk. Hochqualifizierte Arbeiter, der nach dem Konkurs seiner ausgelagerten Produktionsstätte keine Arbeit finden konnte. Wie mag er sich fühlen, nach dem die Arge ihm mitteilte, dass er erst sein, durch fleißige Arbeit erspartes Geld verbrauchen muss, ehe es Leistungen gibt. Es kann doch nur Abartig genannt werden, wenn dem Arbeiter Höchstleistungen im Job abverlangt werden und ihm dann das zur Alterssicherung Angesparte vor Renteneintritt weggenommen wird. Ebenso wenig fühlt sich der Lübecker Arbeiter wohl, dem nach Abzug aller laufenden Kosten etwa 300 Euro zum Leben bleiben. Allein würde das ja noch zu schaffen sein, aber seine gerade eingeschulte Tochter kann nicht den Hort besuchen, weil dafür kein Geld übrig ist. Ohne Erbarmen wird dem Kind schon am Anfang seines Bildungswegs ein Teil der Möglichkeiten genommen, seinen künftigen Lebensweg selbst zu bestimmen.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de