Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 17. Januar 2012

Wiederaufnahme des Falls Hafenstraße

Autor: Katja Mentz

Die Grünen

Unvergessen ist der Brandanschlag auf die ehemalige Asylbewerberunterkunft in der Lübecker Hafenstraße. Am 18. Januar 1996 starben zehn Menschen, darunter sieben Kinder, auf grauenvolle Weise. Es gab viele Schwerverletzte, die nur durch einen Sprung aus dem Fenster oder durch Rettung vom Dach überlebten. Die Bilder, die Schreie, die Trauernden, Verzweiflung - viele Menschen können, viele Menschen wollen das nicht vergessen. Der Brandanschlag wurde bis heute nicht aufgeklärt. Die Ermittlungen erfolgten bald einseitig gegen einen der Bewohner, der jedoch zweimalig vor Gericht freigesprochen wurde. Wogegen Spuren, die auf vier jugendliche Tatverdächtige aus Grevesmühlen und Umgebung hinwiesen, verwischt oder nicht konsequent bis zum Ende verfolgt wurden, so einige Kritiker, die in dem Fall recherchierten. Drei der Jugendlichen hatten frisch versengte Haare, deren Ursache nie aufgedeckt wurde. Sie hielten sich in der Nähe zum Tatort auf. Zum primären Brandherd gibt es widersprechende Gutachten, Beweismittel verschwanden oder wurden vernichtet. Mit aktueller Brisanz sprachen bereits damals eine Reihe von Indizien dafür, dass mindestens einer der vier Grevesmühlener als V-Mann der Sicherheitsbehörden gearbeitet haben könnte. Dieser Verdacht wurde bis heute nicht ausgeräumt. Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung thematisieren wir GRÜNE, ob die neuen Erkenntnisse über rechtsextreme Taten zu einer Neubewertung der Lübecker Brandanschläge, insbesondere in der Hafenstraße führen. Für Victor Atoe, einer der Überlebenden des Brandanschlags, fordern wir dauerhaftes Bleiberecht.

V.i.S.d.P.: Katja Mentz

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