Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 31. Januar 2012

Hafen trotzt wirtschaftlicher Situation

Terminals sollen für künftige Anforderungen modernisiert werden

Die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage im Ostseeraum ist auch am Lübecker Hafen nicht spurlos vorüber gegangen. Die Konjunktur, insbesondere in Schweden und Finnland, stand auch 2011 noch auf schwachen Füßen. Im vergangenen Jahr wurden im Gesamthafen Lübeck mit 26,57 Millionen Tonnen 0,6 Prozent weniger umgeschlagen als 2010 (26,74). Der Umschlag bei der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) hatte daran einen Anteil von 24,03 Millionen Tonnen (Vorjahr: 24,48). Dies sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Lübeck bleibt jedoch der mit Abstand größte deutsche Ostseehafen.

Erfreulich für die LHG ist die weitere Steigerung der umgeschlagenen Trailer und Lkw. Hier stieg die Zahl um 1,5 Prozent auf 720.000 Einheiten (Vorjahr 710.000). Dies zeigt, dass die LHG in diesem wichtigen Bereich den Verlust einer Fährlinie im Jahr 2010 kompensieren konnte und sogar einen Mengenzuwachs erreichte. Bei den Containern ist dies bislang nicht ganz gelungen. Die Zahl sank von 126.000 Einheiten (TEU) auf 117.000, was einem Minus von rund sieben Prozent entspricht. Für das laufende Jahr geht die LHG davon aus, dass Trailer-Einheiten, die seit 2009 auf feste Landverbindungen verlagert wurden, wieder teilweise im Hafen umgeschlagen werden können. Der Umschlag von Ex- und Import-Pkw ist nach 2010 auch in 2011 deutlich gestiegen. Rund 111.000 Fahrzeuge wurden im Hafen verladen, 21 Prozent mehr als 2010 (92.000 Einheiten). Die Zahl der Passagiere hat sich ebenfalls weiter erhöht. Im Gesamthafen Lübeck, stieg sie von 423.000 auf 435.000 um 2,8 Prozent an. Die LHG hatte daran einen Anteil von 417.000.

Probleme bereitete im Jahr 2011 der Papierbereich. Mit 3,08 Millionen Tonnen sank der Umschlag um acht Prozent (2010: 3,34). LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann: „Der Markt hat sich insgesamt deutlich abgeschwächt. Überkapazitäten in der Papierproduktion haben zu weitreichenden und tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen in der Papierindustrie geführt. Zusammen mit der momentanen Konjunkturverlangsamung hatte das im zweiten Halbjahr 2011 eine deutliche Abschwächung der Mengenflüsse aus Schweden und Finnland zur Folge.“ Eine Verbesserung der Situation sei für 2012 derzeit nicht absehbar. Die LHG als größter Forstproduktehafen Europas lasse aber nichts unversucht, die Mengen wieder zu steigern.

Für das laufende Jahr erwartet die LHG derzeit eine leichte Steigerung der Umschlagzahlen. LHG-Geschäftsführer Ulfbenno Krüger: „Eine Prognose ist jedoch aufgrund der Probleme im Euroraum und der ungewissen konjunkturellen Entwicklung äußerst schwierig.“ Ulfbenno Krüger weiter: „Trotz der schwierigen Situation im vergangenen Jahr haben die LHG und ihre Tochtergesellschaften und Beteiligungen solide gewirtschaftet. Wir erwarten daher wie auch in 2010 für 2011 ein leicht positives Ergebnis in der Gruppe.“

Um die Terminals für künftige Anforderungen zu wappnen, sind mehrere Investitionen vorgesehen. So hält die LHG den Aus- und Umbau des Anlegers 7 am Skandinavienkai für dringend erforderlich. Er soll eine weitere Doppelrampe erhalten und Schiffe bis 240 Meter Länge  aufnehmen können. Für den Ausbau des Anlegers ist die städtische Lübeck Port Authority (LPA) zuständig. Die LHG geht davon aus, dass diese mit den Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen wird, und die Anlage bis Mitte 2013 fertigstellt. Die gesamten Baukosten werden, wie auch bei allen anderen Infrastrukturprojekten, durch die LHG voll refinanziert. Mit dem Ausbau des Baltic Rail Gate Bahnterminals für den Kombinierten Verkehr (KV) am Skandinavienkai wird noch in diesem Jahr begonnen. Hier soll ein sechstes zuglanges Gleis eingerichtet werden. Zudem sind Verbesserungen der Trailer-Parksituation sowie Umstrukturierungen des Werkstatt-Bereichs vorgesehen. Die Gesamtsumme dieser Investitionen liegt bei zirka 15 Millionen Euro. Bewertet wird zurzeit außerdem die Erweiterung der Gleisanlagen am Skandinavienkai durch den sogenannten Nordbahnhof.

24 Kreuzfahrer machten im Jahr 2011 in Lübeck fest. Highlight war Anfang Juni die 294 Meter lange „Queen Elizabeth“ der Reederei Cunard. Für das Jahr 2012 sind bislang zwölf Anläufe gemeldet. Neben der „Deutschland“ werden unter anderem die „Europa“, die „Bremen“ und die „Prinsendam“ in Lübeck festmachen. Interessant dürfte neben den reinen Kreuzfahrt-Anläufen auch ein dreitägiger Besuch des Segelschiffs „Alexander von Humboldt II“ im September am Ostpreußenkai sein.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de