Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 31. Januar 2012

"Lässt der Minister Frauen hängen?"

Autor: Katja Mentz

Die Grünen

Die Mitarbeiterinnen des Autonomen Frauenhauses haben Mitte Januar einen Notruf losgelassen: Aufnahmestopp wegen Überfüllung! Es gibt in Lübeck zur Zeit keinen einzigen freien Platz für vor Gewalt geflüchtete Frauen. Die Zustände sind schlimm, es liegen bereits Matratzen auf dem Boden, um zusätzliche Schlafplätze zu haben. Ein Anruf im Haus lässt die Überfüllung erahnen, im Hintergrund sind laute Stimmen, hallender Krach spielender Kinder ist aus dem Flur zu hören. Die Mitarbeiterinnen halten Kontakt zu anderen Frauenhäusern in Schleswig-Holstein, um über freie Plätze für hilfesuchende Frauen in anderen Orten informiert zu werden. Es sieht nicht gut aus. Mit Schließung des AWO-Frauenhauses hat die schwarz-gelbe Landesregierung Ende des vergangenen Jahres 36 Frauenhausplätze in Lübeck gestrichen, landesweit weitere 12. Es war absehbar, dass das Autonome Frauenhaus in Lübeck völlig überläuft. Davor warnten auch wir GRÜNE und fordern jetzt den zuständigen Minister Schmalfuß auf, umgehend zu handeln. Die Reaktion des Ministers auf den Hilferuf ist empörend: "Die Überbelegung im Autonomen Frauenhaus sei eine Ausnahmesituation, weil eine Frau mit ihren sechs Kindern Zuflucht fand und sei nicht Folge fehlender Frauenhausplätze. Es werde eine Datenbank für das landesweite Management von Frauenhausplätzen Ende Februar geben." Wie zynisch! Soll eine Frau, die heute in Not ist, ihren Peiniger etwa bis Ende Februar ertragen? Der Schutz von Frauen und damit der Bedarf an Frauenhausplätzen muss sichergestellt sein – jederzeit! Wir brauchen eine schnelle Lösung!

V.i.S.d.P.:       Katja Mentz

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