Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 31. Januar 2012

For you, vor Ort, vorbei?

Autor: Ragnar Lüttke

Die Linke

Die Drogeriekette Schlecker hat am 23. Januar Antrag auf Insolvenz gestellt. Bundesweit sind zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr, weil im Einzelhandel die Nachfrage stagniert und ein ruinöser Verdrängungswettbewerb herrscht. So auch hier in Lübeck, wo ebenfalls mehrere dieser Märkte angesiedelt sind. Jahrelang hat Schlecker seine Beschäftigten drangsaliert, bespitzelt und versucht, ihre Löhne zu drücken. Zuletzt wurde der eigentliche Arbeitgeber „Schlecker“ teilweise in ein neues Unternehmen umgewandelt (Schlecker for you), bei dem sich, die dann wieder eingestellten Mitarbeiter, auf noch niedrigere Löhne einlassen mussten, um nicht ohne Arbeit dazustehen. Es wäre fatal, wenn die Beschäftigten nun auch noch die Zeche für eine gescheiterte Unternehmenspolitik zahlen sollen. Auch die Hansestadt Lübeck würde durch steigende Sozialaufwendungen und dem Wegfall von Kaufkraft geschädigt werden. Wir fordern eine Mitbestimmung der Gewerkschaft und des Betriebsrates im Insolvenzverfahren. Der milliardenschwere Firmeneigner Anton Schlecker, einer der reichsten Männer der Republik, muss mit seinem Privatvermögen haften und sich so am Erhalt der Arbeits¬plätze beteiligen. Die Löhne müssen endlich wieder steigen, DIE LINKE fordert einen Mindestlohn von 10 Euro. Der Staat muss den ungezügelten Wettbewerb im Einzelhandel unterbinden. Wir solidarisieren uns mit den Beschäftigten von Schlecker und wünschen gute Nerven in der nächsten Zeit. Jegliche Art der Unterstützung bieten wir an und werden Seite an Seite für den gerechten Ablauf des Insolvenzverfahrens mit den Beschäftigten kämpen.

V.i.S.d.P.:       Antje Jansen

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