Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 31. Januar 2012

LHG-Anteile privatisieren

Autor: Jens-Olaf Teschke

Freie Unabhängige Lübecker

Im Vergleich zu anderen deutschen Häfen und in den Details sind die Nachrichten über die Lübecker Hafengesellschaft durchaus positiv zu bewerten. Trotz der Wirtschaftskrise und weniger Linienverbindungen hält sich der Umsatz mit einem Rückgang von nur 0,6 Prozent relativ stabil. Bei den PKW-Transporten und Passagierzahlen konnten sogar erhebliche Steigerungen gemeldet werden. Die FUL sind erleichtert, dass sich der Hafen erholt und sich abzeichnet, dass er auch für dieses Jahr, das noch einmal schwierig werden dürfte, gewappnet ist. Die Stadt als Mehrheitseigner darf wichtige Investitionen nicht verzögern. Wir halten den Ausbau des Anlegers 7 am Skandinavienkai für dringend erforderlich. Dem Angebot des Unternehmens Rreef, seine Anteile an der LHG von 25,1 auf 37,5 Prozent aufzustocken und dafür an die Stadt Lübeck 15,3 Millionen Euro zu überweisen, steht die FUL sehr positiv gegenüber. Gerade die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, dass die Stadtkasse die wirtschaftlichen Risiken des Hafens gar nicht mehr vollständig auffangen kann. Ein privater Partner ist in diesem Fall eine deutliche Verbesserung, wie sich seit dem Einstieg von Rreef auch gezeigt hat. Schließlich war es eine nicht unerhebliche Finanzspritze von Rreef, die die LHG durch die Krise gebracht hat. Wir können nicht erkennen, dass der Einfluss der Stadt bei dem konkret vorliegenden Angebot in nennenswerter Weise zurückgeht – Lübeck wäre immer noch Mehrheitseigner und könnte nicht überstimmt werden. Die 15,3 Millionen Euro, die die Stadt für den Anteilsverkauf einnimmt, könnten auch im Hafen investiert werden.

V.i.S.d.P.:       Jens-Olaf Teschke

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