Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 07. Februar 2012

Travemünde blutet für Rot-Rot-Grün

Autor: Andreas Zander

CDU

Zusätzlich zum ohnehin bereits recht erfolglos angepriesenen Aqua-Top-Gelände ein weiteres Grundstück in Travemünde auf den Markt zu werfen, ist kurzsichtig und wirtschaftlich unklug. Hinzu kommen die infrastrukturellen Gegebenheiten, die eine touristische Nutzung an dieser Stelle beinahe unmöglich machen. Wenn aber statt einer touristischen Nutzung vor allem Eigentumswohnungen entstehen, wird Travemünde ein Bärendienst und eine weitere leblose Ecke verliehen. Travemünde hat doppelt Pech: Die rot-rot-grüne Rathausmehrheit kann ihre Projekte nicht mehr ausschließlich mit neuen Schulden finanzieren, weil das die Kommunalaufsicht nicht zulässt. Für Stadtbahnstudien und kostenlose Verhütungsmittel muss nun Travemünde mit dem Grundstück bluten. Der offene Widerspruch und das Wackeln der Grünen bei einem ihrer Kernthemen, der Erhaltung des Grünstrands, ließ die Entscheidung hierüber zudem zur Entscheidung über die Fortsetzung der Kooperation werden. Daher waren der SPD auch Vernunft und kluge Argumente gegen eine Bebauung gleichgültig: Es geht um den Fortbestand der Kooperation, auch hierfür muss Travemünde nun herhalten. Dass B’90/Grünen am Ende eine 180-Grad-Wende einlegen würde, überrascht daher auch kaum noch. Überrascht und enttäuscht sind wir jedoch von der BfL-Fraktion. Ursprünglich als Anhängerin von Bürgerbeteiligung angetreten, hat sie der faden Workshop-Inszenierung nun zugestimmt – das sollten die Travemünderinnen und Travemünder wissen. Erst nach der Ausschreibung sollen die Bürger – unverbindlich! – gefragt werden, ob sie eine Bebauung überhaupt wollen.

V.i.S.d.P.: Andreas Zander

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