Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 14. Februar 2012

Kein Restaurator für Lübeck

Autor: Olaf Nevermann

FUL

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen Betrieb für Gas und Wasserinstallation. Es wäre doch sinnvoll, in diesem Betrieb auch Klempner zu beschäftigen. Lübeck handelt da anders. Unsere Stadt besitzt zwar über 800 Gebäude, davon auch etliche historische wie die Katharinenkirche, das Katharineum, das Rathaus, das Holstentor und viele mehr. Im Lübecker Bauamt mit vielen hochqualifizierten Architekten, Bauingenieuren und Technikern findet sich aber nicht ein Einziger, der historische Bauten restaurieren und sanieren kann oder deren Sanierung beaufsichtigen könnte. Stattdessen beschäftigt die Stadt Lübeck lieber für mehrere hunderttausende Euro im Jahr Ingenieure aus Süddeutschland. Für die FUL ist dies nicht nachvollziehbar. Auf eine Nachfrage beim Bausenator kam die unglaubliche Antwort, dass der letzte Techniker, der sich auf Restaurationen solcher Gebäude verstand, vor Jahren das Holstentor saniert habe und dann in Rente gegangen sei. Nachfolger seien auf dem Arbeitsmarkt angeblich seitdem nicht mehr zu bekommen. Wieso hat das Bauamt nicht rechtzeitig Nachfolger eingearbeitet? Warum kann man nicht einen Ingenieur einstellen, der sich gründlich in die Materie einarbeitet? Es wurden mehrfach Aufträge an externe Dienstleister vergeben, meistens mit der Begründung fehlender eigener Mitarbeiter. Entweder führen wir zu viele Projekte durch, oder die Leitung des Bauamtes handelt ungenügend im Bereich Personalmanagement und stellt nicht die richtigen Mitarbeiter ein. Wir müssen unseren Mitarbeitern auch mal etwas zutrauen, ich glaube wir wären überrascht, was die alles können.

V.i.S.d.P.: Jens-Olaf Teschke

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