Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 21. Februar 2012

Eine Messe für das Ehrenamt

Motto: „Freiwillige – ein großer Gewinn für Lübeck“

Am 26. Februar veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände Lübeck wieder die Ehrenamtsmesse, die alle zwei Jahre stattfindet. Von 11 bis 17 Uhr haben Interessierte in der Petrikirche Gelegenheit, sich unter dem Motto „Freiwillige – ein großer Gewinn für Lübeck“ zu informieren. Bei der Ehrenamtsmesse im Jahr 2010 kamen 2.500 Besucher – ein großer Erfolg für alle Beteiligten.

64 verschiedene Institutionen aus der Hansestadt stellen sich an diesem Tag vor, darunter die AWO, Plan International, der Seniorenbeirat, die Johanniter, Die Brücke, der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, Schüler helfen Leben der Tierschutzbund, der Weiße Ring und auch der Verein für Betreuung und Selbstbestimmung in Lübeck.

Christine Teiting vom Betreuungsverein sitzt mit im Organisationsteam für die Ehrenamtsmesse und freut sich schon sehr auf die Messe: „Es ist eine charmante Veranstaltung, auf der sich Interessierte unverbindlich informieren und herausfinden können, welcher Bereich sie am meisten interessiert.“ Die Bandbreite der Vereine und Verbände sei sehr groß, und: „Das angestrebte Ehrenamt muss zu einem persönlich passen“, so Teiting weiter.

Zu Axel Thießen, Verwaltungsangestellter bei der Hansestadt Lübeck, passt das Ehrenamt beim Betreuungsverein. Der 50-Jährige ist mit Herz bei der Sache, denn er hat persönliche Berührungspunkte: „Ich habe meinen kranken Bruder von Ende der 90er Jahre betreut - bis zu seinem Tod im Jahr 2004“, sagt Thießen leise. Vor der Erkrankung hätte er gar nicht gewusst, dass es so etwas wie einen Betreuungsverein gäbe. Nach dem Tod  seines Bruders suchte Thießen den Kontakt zum Verein und bot sein ehrenamtliches Engagement an. Das füllt er seitdem mit viel Hingabe und Verantwortung aus – derzeit betreut Thießen sechs Menschen. Fünf Senioren und einen  jungen Mann mit Behinderungen.

Und wie sieht so ein Ehrenamt beim Betreuungsverein aus? Menschen, die nicht mehr so können wie wollen bekommen vom Amtsgericht einen Betreuer  zugewiesen, und dieser erhält dann die jeweiligen Aufgaben ebenfalls vom Gericht. Aufgaben sind unter anderem Behördengänge, das Verfassen von Briefen, größere Anschaffungen planen und durchführen sowie die Regelung von finanziellen Angelegenheiten.

Die Menschen, die einen Betreuer zugewiesen bekommen, haben oft keine Angehörigen, die diese Aufgabe erledigen können oder wollen. „Die zu Betreuenden leben aber immer noch selbstbestimmt und es passiert nichts ohne ihre Zustimmung“, führt Christine Teiting aus.

 Hinzu käme, dass eine Betreuerin oder ein Betreuer „frischen Wind“ in ein Haus, beispielsweise ein Seniorenwohnheim, bringe. „Oft sind Strukturen sehr eingefahren und ein objektiver Blick von außen kann Dinge ändern und voranbringen“, so Teiting weiter. Was Ehrenamtliche mitbringen sollten, sind viel Verständnis für kranke oder behinderte Menschen, ein großes Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zum Umgang mit Behörden. Derzeit seien 179 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler beim Betreuungsverein, die für ingsesamt 438 Betreute zuständig sind.

Interessierte, die jetzt neugierig geworden sind, können den Betreuungsverein – und viele weitere Institutionen – auf der Ehrenamtsmesse kennen lernen. Die Messe wird von einem bunten Programm mit der Rettungshundestaffe der Johanniter, Erbseneintopf, Kaffee und Kuchen umrahmt. Weitere Infos gibt es unter Telefon 0451/5801039 oder im Internet unter www.ehrenamtsmessen.de. msn

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