Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 21. Oktober 2017

Ausgabe vom 21. Februar 2012

Nordtangente ist überlastet

Gutachten schlägt Maßnahmepaket vor

Lübecks Autofahrer wissen es schon länger, seit vorige Woche gibt es auch ein Gutachten: Die Nordtangente zwischen Eric-Warburg-Brücke und Lohmühle ist mit 36.000 Autos am Tag völlig überlastet. Die Stadt muss eine Million Euro investieren, unter anderem um den Kreisverkehr Lohmühle zu erweitern.

Die Nordtangente sollte eigentlich 40.000 Fahrzeuge am Tag verkraften können. Das war einer der Gründe, die Durchfahrt durch die Friedenstraße zu unterbinden. Doch schon bei 36.000 Autos ist Schluss. Bei 2600 Fahrzeugen pro Stunde geht nichts mehr, sagte ein Gutachter am Montag im Bauausschuss. Dieser Wert wird zwischen 14 und 19 Uhr regelmäßig überschritten.

Das Gutachten schlägt eine ganze Reihe von Maßnahmen vor. So soll der Lohmühlenteller dreispurig und an allen Einfahrten mit Ampeln versehen werden. Die Kosten liegen bei 215.000 Euro. In einer Computersimulation wurde das neue System getestet. Das Ergebnis: Statt langer Rückstaus an allen Zufahrten fließt der Verkehr zügig ab.

Als zweiten Punkt rät der Gutachter zu einer Linksabbiegespur von der Lohmühle in Richtung Hansehalle. Das wird nicht billg: Für 55.000 Euro müssten Grundstücke erworben werden. Dazu kommen 205.000 Euro für Straßenbauarbeiten und 25.000 für die Änderung der Ampelanlage.

Ebenfalls möglichst schnell sollte das Linksabbiegen von der Karlstraße in die Schwartauer Allee verboten werden. Im Gegenzug können alle anderen Richtungen - besonders von der Lohmühle in die Karlstraße - längere Grünphasen bekommen. An der Kreuzung besteht nach dem Gutachten „eine Überlastung in alle Richtungen“.

Wenn diese Maßnahmen umgesetzt sind, schlägt der Gutachter weitere Maßnahmen vor: Optimierung der Ampel zu Max Bahr (12.000 Euro), Einrichtung von Linksabbiegespuren zu McDonalds und zum Bauhaus (279.000 Euro) sowie durchgängig zwei Fahrstreifen in der Karlstraße in Richtung Schwartauer Allee (179.000 Euro). Langfristig müsste dort auch die Bahnbrücke erweitert werden.

Der Bauausschuss hat den Bericht zur Kenntnis genommen. Wann die Maßnahmen umgesetzt werden, bleibt unklar. Das Geld kann frühestens zum Haushalt 2013 angemeldet werden. Das Problem wird jedenfalls drängender, mahnt der Gutachter. Die Erweiterung des Berufsschulzentrums und die Bebauung des ehemaligen Schlachthofes werden für mehr Verkehr sorgen. vg

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