Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 13. März 2012

Hansemuseum: Schweres Gerät

Burghügel wird mit Bohrpfahlwand gestützt • Pfähle bis 15 Meter im Erdreich

Ein Bohrgerät zur Herstellung einer Bohrpfahlwand kommt auf dem Baugelände des Europäischen Hansemuseums zum Einsatz.

Das 50 Tonnen schwere Gerät wird in den nächsten acht Wochen eine 70 Meter lange Wand aus Pfählen ins Erdreich setzen, um den oberen Teil des Burghügels abzustützen. Die Pfähle werden bis zu 15 Meter tief in ins Erdreich gebohrt und eine Mauer bilden, die vom großen Bergahorn entlang der historischen Gefängnismauer bis an die Grundstücke der Kleinen Altefähre reicht.

An dieser Stelle, zwischen der Bohrpfahlwand und der Untertrave, wird später der Neubau des Europäischen Hansemuseums entstehen. Bevor die Bauarbeiten für den Hochbau beginnen können, wird in den kommenden Monaten der gesamte Baugrund zunächst archäologisch untersucht werden. Im Vorwege der geplanten Bauarbeiten wurde die historische Gefängnismauer des Burgklosters von Mitarbeitern der Denkmalpflege genauestens Vermessen und mit Dosenlibellen, eine Art Wasserwagen oder Neigungsmesser, versehen. Diese dienen als Frühwarnsystem, um eine eventuelle Neigung des denkmalgeschützten Mauerwerks frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eingreifen zu können.

Mit der Erstellung der Bohrpfahlwand wurde die Firmengruppe Gollwitzer aus dem bayrischen Floß beauftragt. Das angewandte Verfahren sieht vor, die Pfähle in den Boden zu bohren, und nicht zu rammen. Dadurch ist gewährleistet, dass eine geringe Lärmbelastung für die Anlieger entsteht.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass die Erschütterung des Erdreiches so gering wie möglich gehalten wird und die umliegenden historischen Bauten, wie die ehemalige Gefängnismauer, das Burgkloster und der Marstall nicht gefährdet werden. Bei dem Verfahren wird ein Loch ins Erdreich gebohrt, ein Korb aus Stahl zur Verstärkung eingelassen, und die Aushöhlung mit Beton aufgefüllt.

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