Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 13. März 2012

Giftmüll über Lübecks Hafen?

Autor: Klaus Voigt

FUL

Quasi nebenbei erfuhren die Mitglieder des Umweltausschusses in der vergangenen Woche, dass der Umfang der Sondermülltransporte über den Lübecker Hafen erheblich gesteigert werden soll. Es wurde berichtet, dass das Landwirtschaftsministerium in Kiel einer Müllfirma bereits die Genehmigung erteilt hat, ihre Liefermengen zu steigern. Die genehmigte Sondermüllmenge für den lübecker Hafen wurde auf unglaubliche 250 000 Tonnen jährlich erhöht. Dies ist ein höchst merkwürdiger Zufall. Denn aus Niedersachsen sollen in diesen Tagen bis zu 230 000 Tonnen Asbestschlacke auf die Deponien Ihlenberg und Rondeshagen geliefert werden. Nur ein breiter Bürgerprotest hat den Transport über die Straße bisher verhindert. Wieso wird im Hafen die Genehmigung für das Verladen von asbesthaltigem Abfall auf fast genau diese Menge erhöht? Wieso gerade jetzt? Warum erfahren die Gremien im Rathaus erst davon, nachdem Kiel die Entscheidung bereits getroffen hat? Warum unternimmt der Lübecker Umweltsenator, der ausgerechnet ein Mitglied der Grünen ist, nichts gegen so eine Entscheidung? Theoretisch könnte jetzt der Asbest aus Niedersachsen per Schiff angeliefert und im Hafen verladen werden. Die FUL-Fraktion verlangt Aufklärung über die Hintergründe dieser Entscheidung. 

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