Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 17. April 2012

Kinder büßen für Elternsünden

Autor: Rolf Klinkel

Die Grünen

Kinder dürfen keine Hartz-IV-Leistungen beantragen. Dafür sind die Eltern zuständig. Wird das Formular von Vater oder Mutter aber nicht richtig ausgefüllt und die ARGE zahlt daraufhin mehr als sie zahlen soll, handelt es sich um eine unrechtmäßige Leistungsgewährung, die zurückgezahlt werden muss. Aber nicht nur von den dafür verantwortlichen Eltern, sondern auch von den Kindern. Denn diese leben lt. Gesetz mit Vater und Mutter in einer Haftungsgemeinschaft und gelten so als Mittäter bei den Antragsfälschungen – unabhängig vom Alter und ganz egal ob sie schon lesen oder schreiben können oder nicht. Das gleicht dem alttestamentarischen Gebot, nach denen Kinder bis ins dritte Glied für die Sünden ihrer Väter büßen. Zwar werden im modernen Rechtsstaat nur noch die Kinder - und nicht auch die Enkel und Großenkel - zur Sühnung der Sünden der Eltern herangezogen, aber eine große Ungerechtigkeit bleibt es doch. Die unfreiwillige Buße kann bis zu drei Jahre währen und der Ablass heißt nun Aufrechnung, kostet 100 Euro monatlich und wird von den Leistungszahlungen gleich abgezogen. Wir GRÜNEN werden uns dafür einsetzen, dass Kinder nicht mehr für die Sünden ihrer Eltern büßen müssen und Schulden tilgen sollen, für die sie nicht verantwortlich sind.

V.i.S.d.P.: Rolf Klinkel

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