Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. Mai 2012

Internationaler Kindertag

Autor: Wilfried Link

Die Linke

Weltweit wird seit Jahrzehnten der 01. Juni als Internationaler Kindertag begangen. Er soll Anlass sein, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. In Lübeck ist im Verhältnis zu 1998, dem Berichtsjahr des ersten Lübecker Kindergesundheitsberichtes, der Anteil der Kinder, die in Armut leben, um 68 % gestiegen. Damals waren 18,1% aller Kinder arm. Kinderarmut stieg in einem engen Verhältnis zur Armut der Eltern. Der Anteil der LübeckerInnen, die von Hartz IV leben müssen oder andere Fürsorgeleistungen beziehen, betraf im Dezember 1999 etwa 15.000 Personen und ist mittlerweile auf fast 30.000 Personen angestiegen. Das ist eine Zunahme von 100 %. Darüber, was es bedeutet, wenn Kinder in Armut aufwachsen, gibt es viele negative Erkenntnisse. Wie zum Beispiel zunehmende soziale Ausgrenzung und Vereinsamung, Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft sowie Bildungsdefizite und Schulabbrüche. Schon ein Blick auf die Ausgaben, die in Hartz IV Sätzen einem Kind zugestanden werden, macht die katastrophale Lage für arme Kinder deutlich: für Kinderschuhe werden im Monat 4,50 Euro eingeplant, für Nahrung täglich 2,60 Euro und ab dem 15. Lebensjahr 3,50 Euro. Ein Schulkind erhält für Schreib- und Zeichenmaterial 1,33 Euro im Monat, allein 5 Tintenpatronen kosten schon 1,70 Euro.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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