Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 05. Juni 2012

Wissenswertes über Gartenbrunnen

Heute: Üppige Blumenpracht durch Brunnenwasser

Welcher Gartenbesitzer hätte nicht gerne so einen üppigen Pflanzenwuchs vor der Haustür? Aber jeder Hobbygärtner weiß auch, dass bei ausbleibenden Regenfällen während der Vegetationszeit eine solche Pracht nur mit regelmäßiger Bewässerung zu erreichen ist. Trinkwasser vom Wasserversorger ist teuer und aus ökologischen Gründen nicht zu empfehlen. Eine Alternative: der Bau eines Gartenbrunnens.

Einen Gartenbrunnen kann und darf man aber nicht einfach „so“  bohren und nutzen, es gibt einiges zu bedenken und  zu beachten um den Boden und das Grundwasser nicht zu schädigen.

Wo und in welcher Tiefe finde ich Grundwasser? Welche Böden eignen sich? Unter Umständen existieren bereits Brunnen in der Nähe. Fragen Sie doch einmal in der Nachbarschaft oder Ihren örtlichen Wasserversorger, ob innerhalb des Grundwasserpegelnetzes ein Pegel in Ihrer Nähe existiert. Eine dritte Möglichkeit wäre, bei einem Bohrunternehmen eine Sondierungsbohrung in Auftrag zu geben. Die Anordnung von Bodenschichten kann man sich ähnlich wie den Aufbau einer Torte vorstellen. Zwischen Sand- und Kiesschichten gibt es immer wieder Lagen von wasserstauenden Tonen, Lehmen oder Schluffen. Auf diesen Schichten bildet das Grundwasser „unterirdische Seen“. So kann es verschiedene Stockwerke geben, in denen sich das Grundwasser sammelt.  Im Laufe der Zeit sickert das Wasser sehr, sehr langsam durch die Ton- und Lehmschichten in das jeweils darunterliegende Grundwasserstockwerk. Ton-, Lehm- oder Schluffböden sind feinkörnig (0,002 mm - 0,06 mm Korngröße) und haben dadurch sehr kleine Porenhohlräume, in denen sich kaum Grundwasser sammeln kann. Mittelsandige bis grobkiesige Böden (0,2 mm – 20,0 mm Korngröße) haben ein sehr großes Porenvolumen, das Wasser kann aus allen Richtungen sehr schnell nach fließen. Solche Böden sind für die Wasserförderung gut geeignet. Deshalb sollte ein Bohrbrunnen bis in einen sandigen bis grobkiesigen Bodenbereich reichen.

Welche Behörde muss eingebunden werden? In der Regel sind Gartenbrunnen nicht tiefer als zehn Meter und somit auch nicht anzeigepflichtig. Erst wenn ein Brunnen tiefer als zehn Meter gebohrt wird und ausschließlich der privaten Gartenbewässerung dient, ist der Brunnenbau laut Landeswassergesetz anzeigepflichtig. Die Anzeige ist der unteren Wasserbehörde der Hansestadt Lübeck, Bereich Umweltschutz, vor Beginn der Bohrung vorzulegen.  Mehr dazu, sowie das entsprechende Anzeigenformular erhalten Sie im Internet unter: www.luebeck.de/bewohner/buergerservice/lvw/leistungen (Anzeige von Brauchwasserbrunnen).  Die untere Wasserbehörde hat bei anzeigepflichtigen Bohrungen nach Betrachtung des Einzelfalls, die Möglichkeit, wasserrechtliche Auflagen zum Schutz des Grundwassers zu erteilen.  Was ist noch wichtig? - Mit der Baudurchführung von Brunnen über 10 m Tiefe, dürfen nur Unternehmen beauftragt werden, die zertifiziert sind.  - Bei der Bohrung werden je nach Tiefe undurchlässige Bodenschichten (die Deckschichten) durchbohrt, die auf natürliche Weise unser Grundwasser vor Verunreinigungen schützen. Deshalb ist darauf zu achten, dass mit dem Bohrgerät,  dem Bohrgestänge und dem Zubehör keine Schadstoffe in den Untergrund und damit in das Grundwasser eingetragen werden.  - Bei  Misserfolg der Bohrung ist das Bohrloch bis zur Geländeoberkante mit einer wassersperrenden Ton-Zementsuspension dauerhaft und wasserdicht zu verpressen.  Haben Sie weitere Fragen? Dann erreichen Sie das Lübecker Umwelttelefon unter 0451/122 3929, (Mo., Di., Do. und Fr., von 10 bis 12 Uhr, sowie Do. von 14 bis 16.30 Uhr. Hansestadt Lübeck, Bereich Umweltschutz, Dr.-Julius-Leber-Straße 50-52, 23552 Lübeck.

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