Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 03. Juli 2012

Wieder zu Hause: Die Flussseeschwalbe

60 Paare brüten auf Brutinsel im Pötenitzer Wiek

Im Jahr 1965 waren sie in Lübeck ausgestorben, inzwischen geht es den Flussseeschwalben wieder richtig gut. Sogar vom Ratzeburger See sind Vögel in die Pötenitzer Wiek umgezogen. Am Donnerstag schaute sich Umweltsenator Bernd Möller die Situation persönlich an. Die neu entstandene Brutkolonie der Flussseeschwalbe, die sich vor drei Jahren auf der mit Mitteln des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums geschaffenen Brutinsel in der Pötenitzer Wiek angesiedelt hat, hat sich nach den neuesten Zählungen durch Mitglieder des betreuenden Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer gegenüber dem Vorjahr noch einmal bedeutend vergrößert. Aktuell brüten 60 Paare der zierlichen Möwenverwandten auf dem 1200 Quadratmeter großen Eiland. Erkennen kann man die Tiere am roten Schnabel mit schwarzer Spitze und einer schwarzen Haube. Nachdem die Seeschwalben Ende April aus ihrem Winterquartieren in den Küstengewässern des tropischen und südlichen Afrika heimgekehrt waren, entdeckten die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde Lübeck bei einer gemeinsamen Kontrollfahrt mit dem Vereinsboot „Hyla“ am 15. Mai bereits die ersten Gelege. Am 14. Juni fanden sich 60 Brutpaare; 31 Jungen waren in mehreren Gelegen bereits geschlüpft. Auch in diesem Jahr werden die Jungvögel mit Alu- Ringen der Vogelwarte Helgoland versehen, um deren Wanderverhalten dokumentieren zu können. Um eine für die Seeschwalben störungsfreie Kontrolle zu gewährleisten, wurde das Vereinsboot mit einem Tarnverdeck versehen, aus dem heraus aus nächster Nähe Beobachtungen des Familienlebens und Sozialverhaltens in der Seeschwalbenkolonie möglich sind. Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. bietet solche Beobachtungsfahrten mit der „Hyla“ gegen eine kleine Spende auch für interessierte Gruppen an. Infos gibt es unter Tel. 0451/301705. Betreten werden darf die Insel nicht. Aktuell fliegen die Seeschwalbeneltern unermüdlich mit kleinen Fischen wie Stichlingen und Heringsbrut heran, um ihre Jungen zu füttern, damit diese nach Ablauf von vier Wochen flügge sein können. Nach einigen Wochen, in denen der Nachwuchs auf Übungsflügen mit den Eltern das selbständige Fischen lernt, indem sie sich kopfüber ins Wasser stürzen, sind die Jungvögel dann ab August bereit, den langen Zugweg nach Süden allein anzutreten.

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