Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 10. Juli 2012

Sizilien und die Hanse(tage)

Autor: Lillo Ciulla

Miteinander

Wahrscheinlich würden wenige LübeckerInnen, Sizilien mit der Entstehung der Hanse in Verbindung bringen: „Sizilien ist Mafia, basta!“ Haben Sizilianer in Lübeck wirklich so schlechte Karten? Ein wenig kulturgeschichtliches Wissen über unsere Stadt soll aufklären und schadet nicht. Schaut die Fresken der Rathaustreppe an. Wilhelm Witte und Johann von Bremen, sind als Abgesandte des Rates der Stadt Lübeck abgebildet. Die Lübecker wollten sich im Jahre 1226 vom Einfluss Dänemarks befreien, obwohl sich die Stadt unter dessen Herrschaft sehr gut entwickelt hatte. Hierzu erschienen die im Jahre 1188 von Barbarossa empfangenen Privilegien, die die neugegründete Stadt 1158 mit Ländereien und Nutzungsrechten ausstatteten, zweckmäßig. Die Abgesandten erreichten 1226 die Anerkennung der Privilegien Barbarossas, durch seinen Enkel Friedrich II, König Siziliens mit Sitz in Palermo. Der Reichsfreiheitsbrief ist Lübecks wichtigste Verfassungsurkunde überhaupt. Sie half seinerzeit, so schreiben die Annalen, mit der Reichsunmittelbarkeit und der weiteren Sicherung von Gebietsansprüchen entlang der Trave bis nach Travemünde und dem Priwall, die Entwicklungsvoraussetzungen dafür zu legen, dass Lübeck sich rasch zum mächtigen Haupt der Hanse entwickeln konnte.

 

V.i.S.d.P.: Dieter Müller

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