Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 17. Juli 2012

Wissenschaftler untersuchen Lübecks Blitzer

Ist die Lebensqualität von Anwohnern des St. Jürgen-Ringes gestiegen?

Am St. Jürgen Ring wurden fünf Blitzsäulen aufgebaut. Doch wurde das Ziel erreicht? Ist die Lebensqualität der Anwohner gestiegen? Das wird jetzt wissenschaftlich untersucht. Außerdem können sich Lübecks Bürger an einer Lärmkarte beteiligen - und damit auch entscheiden, wo neue Blitzer aufgebaut werden.

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „Ein leises und klimafreundliches Lübeck" mit 247.594 Euro. Am Donnerstag wurden die Projekte vorgestellt, unter anderem die Frage „Blitzersäule - ja oder nein?". Das Institut für Akustik im Technologischen Zentrum an der Fachhochschule Lübeck wird den Fragen nachgehen, wie laut es auf Lübecks Straßen ist und ob durch Installation von Geschwindigkeitsmesssäulen eine signifikante Verringerung des Schallpegels erreicht wird. Das Institut für klinische Epidemiologie der Universität zu Lübeck erforscht parallel dazu, ob durch die Installation von Blitzersäulen nicht nur eine Verringerung des Schallpegels erreicht, sondern auch die gefühlte Lärmbelastung der Anwohner gesenkt und damit die Lebensqualität gesteigert werden kann. Dazu werden unter anderem 1.000 Lübecker Haushalte am St. Jürgen Ring und anderen Straßen angeschrieben.

Das Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck (ZBV) arbeitet gemeinsam mit der Klinik für Psy-chiatrie und Psychotherapie an „SoundOfTheCity". Durch aktive Bürgerbeteiligung wird eine interaktive Lärmkarte der Stadt erstellt, deren Daten jederzeit mit Hilfe einer Smartphone-App aktualisiert werden können. Bürger, die sich beteiligen möchten, finden Infos und die App unter citysound.itm.uni-luebeck.de. Die Lärmkarte wird eine der Entscheidungsgrundlagen für neue Blitzer in Lübeck sein.

Der Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz bietet unterschiedliche Klima- und Lärmschutzaktionen zum Mitmachen an: Bereits in diesem Sommer werden die vom Klima-Bündnis e.V. deutschlandweit initiierten Projekte „Stadtradeln" und „Kindermeilenkampagne" durch die Klimaschutzleitstelle in Lübeck umgesetzt. Dabei geht es im Wesentlichen um die Sammlung von Wegen, die geradelt, gelaufen und mit dem Bus zurückgelegt werden. Weiterhin sind Diskussionsforen zur städtischen Lärmminderungsplanung und zum städtischen Klimaschutzkonzept geplant. Vom 11. bis 31. August sind die Lübecker zum Beispiel aufgefordert, auf das Fahrrad umzusteigen. Auch Wirtschaftssenator Sven Schindler hat bereits zugesagt, an dem Projekt „Stadtradeln" teilzunehmen.

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