Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 17. Juli 2012

Förderung der Erstsprache

Autoren: A. Schulte und L. Ciulla

Miteinander

Besinnt sich Lübeck auf seine Wurzeln als große, weltoffene Königin der Hanse mit fast 1000-jähriger Tradition? Viele Sprachen und Kulturen trafen hier aufeinander und tun es auch heute! Wir dürfen dieses Potenzial vor Ort mehr wahrnehmen, wertschätzen und nutzen. Die Bürgerschaft hat ein Integrationskonzept beschlossen, das auf seine Umsetzung wartet. Dort heißt es zum Beispiel: „Die hohe Bedeutung der Erstsprache für den Erwerb der Zweitsprache ist anerkannt. Aus dieser Erkenntnis wird auch die Erstsprache gefördert." Im Sinne der Hanse brauchen wir hier in Lübeck mehr Offenheit gegenüber anderen Mitmenschen, Sprachen und Kulturen. Es kursiert der Denkfehler, dass die Muttersprache unwichtig oder gar hinderlich für die Integration sei. Falsch! Eltern können ihre Kinder leichter und authentischer in Ihrer Muttersprache erziehen, weil sie sich dabei sicherer fühlen und so mehr Respekt von ihren Kindern bekommen. Andernfalls sprächen die Kinder im Kindergarten und später auch in der Schule gebrochenes Deutsch. Besser wäre es, Kinder in der richtigen Grammatik ihrer Muttersprache zu unterrichten. So könnten sie auch Deutsch und andere Fremdsprachen korrekt lernen und alle hätten mehr davon. Integration ist respektvolles Lernen. Von- und miteinander.

V.i.S.d.P.: Dieter Müller

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