Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 17. Dezember 2017

Ausgabe vom 14. August 2012

Flugbetrieb bis Oktober 2013 gesichert

Europaweite Suche nach neuem Investor für Flughafen

Am vergangenen Donnerstag kündigte die Stadt Lübeck eine erneute Investorensuche für den Flughafen im Europäischen Amtsblatt an. Die Voraussetzungen seien besser als vor zwei Jahren. Aber auch wenn sich kein Investor findet: Der Flugbetrieb wird mindestens bis zum Ende des Sommerflugplan 2013 aufrecht erhalten. Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens sollen Investoren zur Übernahme von 90 Prozent der Gesellschafteranteile an der Flughafengesellschaft oder einer vergleichbaren wirtschaftlichen Lösung zur Übernahme des Flughafenbetriebs gefunden werden. „Die erneute Bekanntmachung soll noch einmal deutlich machen, dass jetzt für Investoren und die Flughafenbefürworter die letzte Chance ist, den Regionalflughafen Lübeck für den hiesigen Wirtschafts- und Tourismusstandort und als dritte Startbahn für die Metropolregion Hamburg zu erhalten“, so Bernd Saxe. Flughafen-Chef Prof. Jürgen Friedel sieht die Chancen jetzt erhelblich besser als bei den Veröffentlichungen 2009 und 2010. Erste Anzeichen sind die Charterflüge ab Herbst, die dem Flughafen deutlich mehr Umsatz bringen, als Low-Cost Fluggesellschaften. Außerdem wurden die Kosten gesenkt, die Zahl der Mitarbeiter betrage nur noch 92. Bisher hat es nach Angaben von Prof. Friedel mehr als fünf ernsthafte Interessenten für den Flughafen gegeben. Ein Angebot hat allerdings keiner abgegeben. Bürgermeister Bernd Saxe ruft auch die regionale Wirtschaft auf, sich an dem Flughafen zu beteiligen. Das habe in Memmingen funktioniert. Dort haben regionale Unternehmen Anteile am Flughafen übernommen und den Betrieb zum Erfolg geführt.

Das kürzlich bekannt gewordene Schreiben der EU Kommission zu möglichen unerlaubten Beihilfen der Stadt an den Flughafen sieht der Bürgermeister gelassen. Die Bundesregierung habe als Ansprechpartner der EU geantwortet. In Lübeck sei man sich keiner Verstöße gegen EU-Richtlinien bewusst. Sollte sich kein Investor finden, entscheidet die Bürgerschaft über die Zukunft des Flughafens Lübeck. Bis dahin gibt es Verträge mit Ryanair. „Verträge werden nicht gebrochen.“  vg

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